• Es geht auch ’ne Nummer kleiner Füchse erleichtert nach Sieg über Großwallstadt

Sport : Es geht auch ’ne Nummer kleiner Füchse erleichtert nach Sieg über Großwallstadt

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Berlin - Nun wird es wieder einfacher. Nicht, dass die Füchse angesichts ihres Höhenfluges in der Bundesliga völlig den Boden aus dem Blick verloren hätten. „Aber den wichtigsten Sieg der Saison haben wir gegen Großwallstadt erkämpft“, sagt Bob Hanning. Das 27:24 am Sonntag sei nicht mit den vorigen sechs Saisonsiegen vergleichbar gewesen. „Diesmal war alles anders. Wir hatten erstmals so richtig Druck, gegen ein Team, mit dem wir uns im Kampf um einen Europacupplatz auf Augenhöhe befinden“, erklärt der Geschäftsführer des Handball-Erstligisten.

Am kommenden Sonntag dagegen, wenn die Füchse beim Titel-Mitfavoriten HSV Hamburg antreten, sei die Situation wieder vergleichbar mit denen vor den Begegnungen mit Kiel und Flensburg, als sich das Team von Trainer Dagur Sigurdsson ohne Druck in einen Rausch spielte und überraschend gewann. „Wenn wir gegen Großwallstadt nicht gewonnen hätten, wäre doch vieles wieder relativiert worden“, sagt Hanning. So aber habe man wieder sehr viel positive Energie aufnehmen können, zumal die Mannschaft sogar den Ausfall ihres Kapitäns Torsten Laen in der zweiten Halbzeit verkraftete.

Als einen Trumpf der Füchse sieht Alexander Petersson die Fitness an. Während die ChampionsLeague-Teams von einem Härtetest zum anderen hetzen, haben die Füchse die Chance zur Regeneration. In ihrer derzeitigen Besetzung würden sie wohl ansonsten auch sehr schnell die Grenzen ihrer Kräfte aufgezeigt bekommen. Allein das Pensum des Rückraumtrios Sven-Sören Christophersen, Bartlomiej Jaszka und Petersson könnte bereits für die 34 Bundesligaspiele der Saison zu einem Problem werden. Es fehlt diesen Füchsen eine gleichwertige Entlastung von der Bank. Da wiegt der Ausfall von Michal Kubisztal als Pendant zu Christophersen auf Halblinks sehr schwer, und auf der anderen Seite ist Mark Bult noch nicht wieder auf dem Stand der vergangenen Saisonendphase. Einen ebenbürtigen Ersatz für Jaszka haben die Füchse ohnehin nicht aufzubieten. Auch ein Laen kann vom jungen Colja Löffler noch nicht ansatzweise ersetzt werden.

Dass es unter all diesen Vorzeichen dennoch so gut läuft, hat zwei Ursachen: individuelle Klasse einzelner Spieler in entscheidenden Situationen, wie die von Jaszka und Ivan Nincevic gegen Großwallstadt – und Moral. Denn ein Blick auf die von den Füchsen dominierte Tabelle verrät auch, dass andere Teams im Angriff wesentlich erfolgreicher agieren. Aber im Handball komme es ja nicht immer nur darauf an, die meisten Tore zu werfen, sondern die besonders wichtigen, sagt Christophersen. Mit dem 27. Tor der Füchse gegen Großwallstadt hatte er für die Entscheidung gesorgt. Gleichzeitig dafür, dass der Run auf die Karten für den Füchse-Auftritt in Hamburg noch größer geworden ist. 11 000 Tickets sind bereits weg, jetzt werden dort Zusatztribünen installiert. Der Druck lastet diesmal auf dem HSV, die Füchse befinden sich wieder in der Rolle der auf ihre Chance wartenden Genießer. Das liegt ihnen mehr.

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