Sport : Es geht auch ohne Pizarro

Werder Bremen – VfB Stuttgart 2:0.

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Bremen - Zwei Minuten vor dem Ende des Spiels spazierte Werder-Trainer Thomas Schaaf durch seine Coaching-Zone, die Hände in den Taschen seiner Trainingshose vergraben. Der Coach wirkte geradezu tiefenentspannt. Sein Team führte mit 2:0 gegen den VfB Stuttgart, genau so hatte sich Schaaf das schon seit Wochen gewünscht. Er hatte keine Lust mehr auf dieses typische Werder-Spektakel, er hatte keine Lust mehr darauf, bis zur letzten Minute zittern zu müssen. „Die Mannschaft hat die richtige Antwort auf das 0:5 in Mönchengladbach gegeben. Sie hat sehr diszipliniert agiert“, sagte Schaaf. Werder besiegte Stuttgart also untypisch, aber letztendlich hoch verdient – und das ohne den verletzten Topstürmer Claudio Pizarro.

„In so einer Situation können sich andere in den Vordergrund spielen, von denen man es vielleicht nicht so erwarten würde“, hatte Schaaf vor dem Spiel erklärt und Markus Rosenberg den Platz im Angriff neben Marko Arnautovic zugeteilt. Das Sturmduo vergab in der ersten Hälfte drei Großchancen, als sie jeweils frei vor dem VfB-Tor auftauchten. „Wir haben ja geradezu gebettelt um ein Gegentor“, sagte Stuttgarts Torwart Sven Ulreich. Weil er so gut hielt und weil seine Vordermänner kaum etwas zustande brachten, ging es mit 0:0 in die Pause.

Bei Werder spielte vor allem Naldo weit über dem Durchschnitt. Bei den wenigen Stuttgarter Chancen war fast immer Endstation beim Brasilianer – und ein Tor schoss Naldo auch noch. Nachdem Aaron Hunt zum 1:0 getroffen hatte, trat Naldo zum Freistoß an. Zehn Tage hatte er zuletzt mit Grippe im Bett gelegen und fünf Kilogramm abgenommen. Der Freistoß war dann war ein reiner Kraftakt, er zischte mit einer Geschwindigkeit von 108 km/h in den Winkel. Sven Bremer

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