Sport : Es geht immer noch weiter, irgendwie

Martin Schmitt schafft die Qualifikation knapp.

von
Foto: dpa
Foto: dpaFoto: dpa

Oberstdorf – Der Qualifikationswettbewerb von Oberstdorf verlief typisch für den späten Martin Schmitt. Sein Sprung hätte schon das Ende seiner äußerst geringen Olympiahoffnungen bedeuten können, wenn er es nicht unter die besten 50 Springer geschafft hätte. „Es wird eng“, sagte Schmitt nach seinem Flug auf 120 Meter, „leider war eine Ecke drin.“ Doch auch mit Ecke reichte es gerade so zu Platz 49 und damit zur Qualifikation für das heutige erste Springen bei der Vierschanzentournee (16.30 Uhr, live in der ARD). Und genau das ist so typisch für den späten Martin Schmitt: Wenn alle denken, dass es vorbei ist für ihn, geht es immer noch irgendwie weiter.

Es ist die letzte Saison für den ehemaligen Olympiasieger und Weltmeister. Seine Motivation wird zurzeit weiterhin genährt von der Hoffnung, doch noch in den deutschen Kader für die Olympischen Spiele in Sotschi 2014 zu rutschen. Es wären seine fünften. Dazu müsste der 36-Jährige, der zuletzt in den zweitklassigen Kontinentalcup zurückgestuft wurde, durch gute Leistungen in den ersten beiden Springen der Vierschanzentournee in den Weltcupkader rutschen. Und sich dann durch weiterhin gute Resultate für Sotschi empfehlen. Nach der Qualifikation von Oberstdorf wäre es allerdings eine Überraschung, wenn er es am Sonntag in den zweiten Durchgang schaffen würde.

Im K.o.-Durchgang kommt es kurioserweise zu einem Duell mit einem noch älteren Springer: Noriaki Kasai. Der 41 Jahre alte Japaner landete in der Qualifikation hinter dem norwegischen Tourneefavoriten Anders Bardal auf Rang zwei. Der polnische Weltcupführende Kamil Stoch kam unmittelbar vor seinem schärfsten Konkurrenten Gregor Schlierenzauer aus Österreich auf den sechsten Platz.

Der Oldie Kasai beweist im Gegensatz zum fünf Jahre jüngeren Schmitt, dass man auch im Alter noch weit springen kann. Der Japaner kämpft allerdings auch nicht so viel Konkurrenz im eigenen Lager wie Schmitt, der am Samstag nur neuntbester DSV-Springer war. Als bester Deutscher in der Qualifikation sprang Severin Freund auf Rang neun.

Besonderer Wehmut kam bei Schmitt beim Start in seine 18. und definitiv letzte Tournee nicht auf. „Wehmut kann man haben, wenn man zurückblickt“, sagte er, „aber im Moment schau ich noch nach vorne.“ Allerdings, das ist längst klar, nicht mehr sehr weit. Benedikt Voigt

Autor

0 Kommentare

Neuester Kommentar