Sport : Es geht noch mehr

Die Hockey-Nationalteams gewinnen in Berlin

Thomas Schöbel

Berlin - Bundestrainer Markus Weise kratzt sich am Kinn und bläst seine Backen auf. Sein Blick auf das Spielfeld ist skeptisch. Taktische Anweisungen sind von ihm nicht zu hören, sicherlich auch ein Ausdruck des neuen Stils unter Weise, der seinen Spielern mehr Verantwortung überlässt. In regelmäßigen Abständen ist lediglich seine Unzufriedenheit zu vernehmen, wobei Weise oftmals auch auf nicht druckreifes Vokabular zurückgreift. Der Grund für seine Unzufriedenheit ist das schwache Spiel seiner Mannschaft gegen Polen. Obwohl sie gestern auf der Anlage des Berliner HC 3:0 (0:0) gewinnen konnte, bleibt nach Weises Aussage noch sehr viel Arbeit: „Das 3:0 sieht ein bisschen besser aus, als es war.“ In Ansätzen sei er nur mit der zweiten Hälfte zufrieden gewesen. „Da haben wir endlich mal besprochene Sachen richtig gemacht, mehr Strafecken und Torchancen erzwungen.“

In dieser zweiten Hälfte fielen auch alle drei Tore, nachdem die deutsche Mannschaft im ersten Abschnitt noch Glück hatte, dass sie nach einem Siebenmeter nicht in Rückstand geriet. Die Torschützen für das deutsche Team waren Philipp Crone (52.), Matthias Witthaus (58.) und Philip Witte (68.). Weise setzte alle Spieler aus seinem Kader ein. „Gegen einen so starken Gegner kann man dann eben erkennen, welche interessant sind und welche nicht“, sagte er. Der Bundestrainer kritisierte erneut die vielen einfachen Fehler im Passspiel und bei der Ballannahme.

Solche Probleme hat die Frauen-Nationalmannschaft von Michael Behrmann momentan nicht. Nach dem überzeugenden 10:0 vom Vortag gewann sie gestern 7:0 (6:0) gegen die Ukraine. Die Deutschen bestimmten von Beginn an das Spiel und hatte keinerlei Probleme mit den völlig harmlosen Gästen. Die Tore erzielten je zweimal Fanny Rinne, Natascha Keller und Maike Stöckel sowie einmal Katharina Scholz. Behrmann, der verschiedene neue Pressingsysteme eingeübt hatte, war nach dem Wochenende zufrieden: „Wir haben versucht, früh Druck auf den Gegner zu entwickeln. Das ist uns auch ganz gut gelungen.“ Allerdings räumte der Bundestrainer ein, dass die Ukraine deutlich schwächer war als erwartet. Trotzdem waren die Spiele wichtig. Aus ihren Auftritten konnten die Deutschen viel Selbstvertrauen für die Europameisterschaft im August ziehen. Dann sind die Ukrainerinnen einer von drei Gruppengegnern.

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