Es geht um die Tickets für die Spiele 2018 : Berlin trainiert für Olympia

Eiskunstläufer Peter Liebers muss die Norm noch erfüllen. Welche Sportler aus der Hauptstadt außerdem Chancen auf die Teilnahme in Südkorea haben.

Sebastian Schlichting
Bei den Olympischen Spielen 2014 belegte Peter Liebers den achten Platz.
Bei den Olympischen Spielen 2014 belegte Peter Liebers den achten Platz.Foto: Reuters

Peter Liebers sitzt unter einem großen Plakat mit der Aufschrift „Zeit für Pyeongchang“. Der Eiskunstläufer wirkt entspannt. Er spricht unter anderem über seinen Sohn Emil. Dessen Geburt vor zweieinhalb Jahren hätte den Sport für ihn nicht komplizierter gemacht, sondern schöner: „Da ist jemand, der sich immer freut, wenn Papa nach Hause kommt. Ihm ist es egal, ob ich im Wettkampf zehnmal auf die Nase gefallen bin.“ Liebers spricht auch über seine vielen Verletzungen in der Vergangenheit. Es werde immer schwerer, „aber es war noch nie der Punkt da, an dem ich aufhören wollte. Ich werde bis zu den Spielen durchhalten.“ Die Spiele. Olympia 2018 in Südkorea. Zeit für Pyeongchang. Da will Liebers hin. Aber erst einmal muss er direkt nach dem Pressetermin zu einem Wettkampf nach Tallinn aufbrechen.

Olympia beginnt am 9. Februar, 14 Sportler aus Berlin gehören dem „Team Berlin Pyeongchang 2018“ an. Sie kommen aus den Sportarten Eiskunstlauf, Eisschnelllauf, Bob und Eishockey und werden vom Olympiastützpunkt gefördert. Vermutlich etwa die Hälfte wird es nach Südkorea schaffen. Fest dabei ist erst eine: Claudia Pechstein. Die 45-jährige Eisschnellläuferin hat am vergangenen Wochenende durch ihren Sieg über 5000 Meter beim Weltcup in Stavanger (Norwegen) das Ticket für ihre siebte Teilnahme gebucht. „Ich bin stolz und überrascht, was der alte Körper noch hergibt“, sagte die fünfmalige Olympiasiegerin beim Termin im Koreanischen Kulturzentrum 80 Tage vor der Eröffnungsfeier.

Mitte Januar wird es ernst

Noch nicht offiziell nominiert ist Frank Hördler von den Eisbären Berlin. Aber seine Teilnahme im Eishockeyteam ist quasi fix. Auch Teamkollege Jonas Müller hat Chancen. Die Nominierungsrunden des Deutschen Olympischen Sportbundes finden Mitte Januar statt.

Beim Eishockey sind die Deutschen längst qualifiziert, für andere läuft der Endspurt. Beispielsweise bei Eiskunstläufer Liebers. Er braucht jetzt bei der Tallinn Trophy in Estland erst einmal dringend die 208. So viele Punkte sind zur Normerfüllung nötig. Im September hatte der 29-Jährige 207,89 erreicht. Packt er die 208 diesmal, geht das Duell zwischen ihm und Paul Fentz (ebenfalls aus Berlin) um den einzigen deutschen Startplatz in Südkorea weiter. Auch bei den Paaren wird es einen Platz für Berlin geben: Diesen bekommen Minerva Hase/Nolan Seegert oder Annika Hocke/Ruben Blommaert. Die WM-Zweiten Aljona Savchenko/Bruno Massot aus Oberstdorf haben ihr Ticket schon sicher.

Wo es um Olympia geht, geht es auch um Politik. So sagte Südkoreas Botschafter in Deutschland, Lee Kyung-soo: „Wir gratulieren Nordkoreas Eiskunstläufern zur Qualifikation und hoffen, sie bei den Spielen begrüßen zu können.“ Das Duo hatte sich Ende September als bislang einzige Sportler aus Nordkorea qualifiziert. Ob die beiden bei den Spielen 80 Kilometer von der nordkoreanischen Grenze entfernt teilnehmen, ist offen.

„Wir sind ein sicheres Land“

Gleichzeitig versuchte Kyung-soo, Sicherheitsbedenken wegen der Atomtests im Nachbarland zu zerstreuen: „Wir sind ein sicheres Land.“ Das erwartet auch Pechstein: „2002 war Salt Lake City nach den Anschlägen vom 11. September der sicherste Ort der Welt. Pyeongchang wird auch der sicherste Ort der Welt sein.“

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