Sport : Es ist zu spät

Stefan Hermanns

über den verzögerten Abstiegskampf von Bochum und Rostock Dick Advocaat, der Trainer von Borussia Mönchengladbach, ist jetzt wieder in einer beneidenswerten Situation. Seine Mannschaft ist am Samstag durch das 0:1 in Kaiserslautern zurück in den Abstiegskampf gerutscht. Zwar haben die Gladbacher recht komfortable acht Punkte Vorsprung zu den Abstiegsrängen, die Rettung aber ist es noch nicht. Eben das macht es für den Trainer der Gladbacher weiterhin so leicht, von allen offenkundigen Defiziten seiner Arbeit abzulenken. Wann immer in den letzten Wochen an Advocaat der Wunsch nach ansehnlichem Fußball herangetragen wurde, hat er seine Kritiker mit dem Satz abgebügelt: „Das ist Abstiegskampf.“

Abstiegskampf darf offensichtlich alles, darf stümpern und stochern, taumeln und torkeln, so wie der VfL Bochum in Rostock. Wichtig ist nur, was am Ende herauskommt. Und dass es neun Spieltage vor Schluss eben noch nicht zu Ende ist, hält in Rostock und Bochum die Hoffnung überhaupt noch am Leben.

Die Wörter „rechnerisch“, „alles“ und „möglich“ werden jetzt wieder in allerlei Kombinationen gezwängt, nach aller Erfahrung aber müssen neben Freiburg sowohl Bochum als auch Rostock absteigen. Für Bochum spricht inzwischen allenfalls, dass Peter Neururer noch entlassen werden kann, für Rostock immerhin ein kleiner Aufwärtstrend. Innerhalb von zwei Spieltagen ist Hansa zwei Tabellenplätze hochgeklettert, und doch scheint es fast aussichtslos, dass die Mannschaft auch noch den alles entscheidenden dritten gutmacht – nicht weil die Konkurrenz so stark, stabil und gut ist. Sondern weil Mainz, Nürnberg und Mönchengladbach auch schon am Anfang und in der Mitte der Saison ab und zu gewonnen haben.

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