Sport : Es sieht so einfach aus

Die BR Volleys bezwingen den TV Bühl im ersten Play-off-Halbfinale mühelos mit 3:0.

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Berlin – Mitte des zweiten Satzes, während einer Auszeit, schauten Axel Jacobsen und Nikola Poluga plötzlich nicht mehr zu ihrem Trainer, sondern nach oben auf die Ränge. In ihren Blicken lag ein wenig Staunen und ein wenig mehr Resignation. Die Volleyballspieler des Bundesligisten TV Bühl sahen die Welle, die durch die Schmelinghalle mäanderte. Mit ein bisschen Animation hatten die Anhänger der BR Volleys unter den 5112 Zuschauern diese Art der Freudensbekundung gestartet. Hier nun dämmerte den Gästen aus dem Schwarzwald wohl endgültig, dass ihnen im ersten Halbfinalspiel um die deutsche Meisterschaft in Berlin wenig mehr als die Rolle des freundlichen Partygastes bleiben würde. Am Ende siegte der Deutsche Meister aus Berlin souverän 3:0 (25:14, 25:19, 25:19) und benötigt in der Play-off-Serie nur noch zwei weitere Siege, um wieder ins Finale einzuziehen.

Vom ersten Aufschlag an hielten die favorisierten Berliner ihren Herausforderer auf Abstand wie ein Boxer mit größerer Reichweite. So überlegen wirkte das teilweise, dass Kaweh Niroomand sich gleich dazu veranlasst sah, im Hinblick auf das zweite Spiel am 6. April in Baden den Mahner zu geben. „Man muss das sehr vorsichtig einstufen“, sagte der Volleys-Manager. „Die größte Gefahr ist, dass das so einfach aussah.“

Bis auf eine leidlich umkämpfte Phase im dritten Satz kam Bühl nie in die Position, einen entscheidenden Angriff zu wagen. Die Internationalauswahl aus zehn verschiedenen Nationen wirkte vor allem zu Beginn überfordert, vielleicht war sie auch ausgelaugt von den kolportierten elf Stunden, die sie sich tags zuvor per Bus durch die verschneite Republik bis nach Berlin gequält hatte. Deutlich schneller brachten sie den ersten Satz hinter sich. Kaum drei Minuten waren vorbei, da lagen die Volleys 7:0 in Führung, nach gut 20 Minuten hatten sie den ersten Satzball zum 25:14 verwandelt. „Die waren am Anfang beeindruckt von der Kulisse und haben sehr viel Respekt gezeigt“, sagte Volleys-Manager Kaweh Niroomand. „Als sich das normalisiert hatte, ist es auch wieder etwas ausgeglichener geworden.“ Doch über weite Strecken erinnerte wenig daran, dass die Bühler dem Meister aus Berlin die einzige Niederlage in der Hauptrunde beigebracht und diese selbst punktgleich mit dem einstigen Serienmeister Friedrichshafen abgeschlossen hatten.

Im zweiten Durchgang entwickelte sich Ähnliches. Beim Stand von 9:2 hatte der Gegner genauso viele Auszeiten genommen wie Punkte. Kurzzeitig sah es dann so aus, als würde das Duell ausgeglichener werden. Die Ballwechsel wurden länger, die Berliner Schläge ungenauer und die Gäste machten nicht mehr so viele Fehler und kamen auf 10:12 heran. Doch nach einer Auszeit ließen sich die Volleys nicht mehr aus dem Konzept bringen.

So zogen Spieler, Trainer und Fans vergnügt in die Osterfeiertage. Nur Kaweh Niroomand mochte sich der Glückseligkeit nicht ganz hingeben. Klar, fast alle Berliner hätten überragend gespielt, sagte er, „aber in Bühl sieht das bestimmt ganz anders aus.“ Christian Hönicke

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