• „Es soll der gewinnen, der weiter springt“ Dieter Thoma kritisiert Rolle der Haltungsnoten

Sport : „Es soll der gewinnen, der weiter springt“ Dieter Thoma kritisiert Rolle der Haltungsnoten

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Herr Thoma, erwartet uns die spannendste Vierschanzentournee der letzten Jahre?

Die Springen werden nach den Regeländerungen der letzten Jahre sehr interessant werden. Ich glaube, dass in diesem Jahr auch die Haltungsnoten der Punkterichter entscheidend sein werden. Das werde ich mit Argusaugen beobachten.

Warum so skeptisch?

Die Punktevergabe der Kampfrichter steht nicht im richtigen Verhältnis zur Weite. Inzwischen entscheiden die Punkterichter über Sieg oder Niederlage. Ich finde aber, dass der gewinnen sollte, der weiter springt als der andere.

Wollen Sie, dass die Haltungsnoten abgeschafft werden?

Nein, das hatten wir schon einmal vor einigen Jahren in der Qualifikation. Da haben die Springer beim Landen die Beine angezogen, um noch einen halben Meter herauszuschinden. Das sah grausig aus, das brauchen wir nicht. Eine Landung mit Telemark sieht ja auch toll aus.

Was soll stattdessen passieren?

Man sollte mehr Punkte pro Weitenmeter vergeben. Statt wie bisher 1,8 Punkte pro Meter vielleicht 2,2 Punkte. Es müssten auf jeden Fall mehr als zwei sein, denn zwei Punkte sind bei den Punkterichtern ruckzuck wieder abgezogen.

Sie sind dem Skispringen noch eng verbunden. Warum arbeiten Sie nicht für den Deutschen Skiverband?

Der Deutsche Skiverband ist nie auf mich zugekommen. Vielleicht denkt man, dass ich durch meine Arbeit für RTL auf der anderen Seite stehe. Aber es wundert mich schon, dass man Springer wie Jens Weißflog nicht einbezieht. Als junger Springer würde mich doch interessieren, wie er das alles früher gemacht hat.

Die Fragen stellte Benedikt Voigt

Dieter Thoma (36)

gewann 1989/90 die Vierschanzentournee. Nach seinem Karriereende moderiert er für den Fernsehsender RTL. Zudem arbeitet er als Redner und Motivationstrainer.

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