Sport : Es wird Sommer

Die deutschen Volleyballer spielen bei der WM jetzt auf Sizilien um die Runde der besten zwölf

Warum so sorgenvoll? Bundestrainer Lozano kann mit seiner Mannschaft noch weit kommen. Foto: dpa
Warum so sorgenvoll? Bundestrainer Lozano kann mit seiner Mannschaft noch weit kommen. Foto: dpaFoto: dpa

Catania/München - Das Vorrunden-Zittern soll der Vergangenheit angehören, mit neuem Mut und Elan wollen die deutschen Volleyballer nun die zweite Hürde bei der WM in Italien nehmen. „Wir haben jetzt wieder zwei Endspiele, die wir gewinnen wollen“, sagte Zuspieler Patrick Steuerwald einen Tag vor dem Start in die nächste Phase der WM am Donnerstag. Mit Zuversicht blickt auch Sportdirektor Günter Hamel vom Deutschen Volleyball-Verband (DVV) nach vorne: „Wir hoffen, dass die Mannschaft sich festigt und endlich freispielen kann. Wir sind optimistisch, die nächste Runde zu erreichen.“

Zunächst wartet Puerto Rico, am Freitag folgt mit dem dreimaligen Weltmeister und Gastgeber Italien die schwerere, aber ebenfalls lösbare Aufgabe. Schon Platz zwei würde auf Sizilien zum Weiterkommen in die Runde der besten zwölf Teams reichen – und auch danach zeichnet sich auf einmal ein Weg durchs Turnier ab. „Es ist ein absurder Modus“, klagte Hamel. „Deshalb ist bei dieser Weltmeisterschaft vieles möglich.“

Auch für das junge deutsche Team, das sich dafür aber deutlich steigern muss. „Wir hatten bislang ganz viel Sand im Getriebe“, weiß auch Hamel um die wenig überzeugenden Vorrunden-Auftritte. Ohne die nötige Leichtigkeit hatte sich das Team, das gerade einmal ein Durchschnittsalter von 25 Jahren aufweist, in seiner schweren Vorrundengruppe präsentiert. Auch gegen Außenseiter Kanada wackelte die Auswahl von Bundestrainer Raúl Lozano bedenklich, am Ende hielt sie dem Druck aber stand und machte nach zwei Niederlagen das Weiterkommen doch noch perfekt.

Mit dem Umzug ins sommerliche Catania sieht plötzlich alles ganz anders aus. So schwer die deutsche Vorrundengruppe war, so machbar erscheinen die nun wartenden Aufgaben. „Es gibt sicherlich deutlich stärkere Gruppen“, sagt Steuerwald. Gegen die Karibik-Ballkünstler, die bei der WM 2006 mit 3:1 geschlagen wurden, gilt es vor allem, Top-Angreifer Hector Soto so gut es geht aus dem Spiel zu nehmen. „Den müssen wir in den Griff bekommen“, betont Hamel. „Wir denken, dass wir Puerto Rico im Zaum halten können“, sagt der Sportdirektor, warnt jedoch: „Unsere Mannschaft hat immer ein Problem, wenn sie gegen gleichstarke oder schwächere Teams spielt.“

Und dass auch die Volleyballer aus der Karibik stark aufspielen können, bewiesen sie in der Vorrunde. Nach zwei Pflichtsiegen gegen Kamerun und Australien unterlagen sie dem Mitfavoriten Russland nur knapp mit 2:3. Doch Lozano vertraut seiner jungen Auswahl: „Sie ist intelligent, ruhig und reflektiert. In der Regel reagiert sie richtig“, sagte der Argentinier. dpa

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