Sport : Es wird wie immer sein

Mathias Klappenbach

Die Kurzzusammenfassung findet sich im Vereinslied: „Doch das Spiel, wie kann es anders sein, das gewinnt der andere Verein. Und beim Apfiff säät et Fränzje an der Jupp: Dat is än blievv deä selve Klömpchensklup!“

Alemannia Aachen ist ein deutscher Fußballverein mit ironisch-karnevaleskem Selbstbild. Und er hat, anders als etwa Mainz 05, Tradition in den oberen Spielklassen. Jetzt steht die Alemannia an der Spitze der Zweiten Liga und vor der Rückkehr in die Bundesliga, aus der sie 1970 abgestiegen war. Im Jahr davor war sie noch Vizemeister gewesen. Aber solche Ausschläge gehören zu einer Vereinsgeschichte wie der, die man am altehrwürdigen Tivoli riechen kann.

Wie viele andere Traditionsklubs drohte die Alemannia in den Neunzigerjahren in den unteren Ligen zu verschwinden. Doch sie kam zurück. Und überstand in der Zweiten Liga vor ein paar Jahren die drohende Pleite, als in der Fußgängerzone Geld für das Überleben gesammelt werden musste. Die Leute gaben gerne, auch der Trainer und die Spieler spendeten damals Geld für ihren immer noch echten, anfassbaren „Klömpchensklup“.

Es gibt wohl niemanden, der sich in Zeiten am Reißbrett entworfener Bundesliga-Projekte wie derzeit in Hoffenheim nicht über die Rückkehr der Alemannia in die Bundesliga freuen würde. Das sollte auch für die Fans des lokalen Rivalen Borussia Mönchengladbach gelten. Die können sich auf tolle Derbys freuen. Und es wird wie immer sein: Am Ende gewinnt der andere Verein. Aber was macht das schon. Es ist doch die Alemannia.

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