Sport : ESSAY Diskussion

Die Debatte geht weiter: Nicht nur auf der EM-Sonderseite des Tagesspiegels im Internet wird über Hans-Christian Ströbeles Essay zum Fahnenschwenken gestritten. Der Grünen-Politiker hatte unter dem Titel „Trotzdem kein Fähnchen ans Fahrrad“ seine Bedenken gegen die schwarz-rot-goldene Fußball-Euphorie beschrieben. Daraufhin wurde auch sein Bundestagsbüro mit Zuschriften und E-Mails überschüttet. Hier dokumentieren wir einige Auszüge:

„Tja, Herr Ströbele: So ein Pech aber auch. Damit haben Sie und alle anderen Bedenkenträger wohl nicht gerechnet. Plötzlich macht sich in ganz Deutschland ein gesunder Patriotismus breit. Überall Schwarz-Rot-Gold, wohin das Auge auch blickt. Fernsehsender stellen auf vielfachen Wunsch der Zuschauer den Text des Deutschlandliedes zum Abruf bereit, weil alle mitsingen wollen (...). Nur Sie haben ein ungutes Gefühl. Sollen sich doch alle Gutmenschen und Bedenkenträger ruhig weiter quälen und in Selbsthass ergehen. Wir haben unseren Spaß!“ Michael G.

Nachdem ich Ihren Kommentar gelesen habe, bin ich entsetzt. Den fröhlichen Patriotismus während eines Sportereignisses mit dem Nationalismus, der ein völlig anderes Deutschland in einem völlig anderen Europa in zwei menschenverachtende Kriege und in eine ebenso menschenverachtende Diktatur geführt hat, zu vergleichen, ist meiner Meinung nach völlig absurd.“ Philipp R.

„Ich finde es schade, dass Sie einen solch zwanghaften Umgang mit unserer Fahne haben, aber bei älteren Leuten ist das wohl so. Für mich persönlich ist unsere Fahne der Ausdruck unserer Freiheit, die wir jeden Tag genießen können, und deswegen wird diese Fahne Freiheit auch gerne gezeigt – als Ausdruck der eigenen Freiheit, die nicht überall auf der Welt gang und gäbe ist. P.S.: Falls Sie es sich doch anders überlegen sollten, ich hätte noch ein kleines Fähnchen für Ihr Fahrrad!“ Björn W.

„Mit Ihrer Einstellung haben Sie aber auch gar nichts (...) im deutschen Bundestag verloren, in der freien Wirtschaft nennt man so etwas ,Job verfehlt‘.“ Holger S.

„Sehr geehrter Herr Strübülü, wenn Sie die Deutschlandfahne nicht sehen mögen, dann wandern Sie doch aus und geben Ihren Pass ab!“ Eric P.

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