Sport : EU rügt Fifa: Wettbewerbs-Kommission bemängelt Regeln für Spielertransfers

Die EU-Kommission hat dem Fußball-Weltverband Fifa wegen seiner Regeln für Spielertransfers die Gelbe Karte gezeigt. Der Verband müsse bald Änderungsvorschläge vorlegen, sonst drohe ein Verbot wegen des Verstoßes gegen die EU-Wettbewerbsregeln. Das sagte die Sprecherin von EU-Wettbewerbskommissar Mario Monti während der laufenden Europameisterschaft in Brüssel. Eine Entscheidung dazu könne noch vor Ende des jetzigen Jahres fallen.

Brüssel hat besonders Ablösesummen, die nicht mehr im Zusammenhang mit den Trainingskosten stehen, im Visier. "Wir wollen klare Regeln für den Transfer von Spielern", sagte die Sprecherin. Nach Ansicht der Kommission könne durchaus eine Entschädigung verlangt werden, wenn ein Spieler vorzeitig aus seinem Vertrag aussteige. Doch zusätzliche Transfergebühren sollten nicht anfallen.

"Das ist der letzte Warnschuss", hieß es aus der EU-Wettbewerbsbehörde. Die Fifa habe entgegen früher gegenüber der EU-Kommission gemachter Aussagen bisher keine Änderungsvorschläge vorgelegt. Die Kommission hat fünf Beschwerden in dieser Sache vorliegen. Zudem bemängelt die Kommission, dass Spieleragenten immer wieder hohe Registrierungskosten zahlen müssen.

Mario Monti hatte vor zwei Monaten gesagt, die Wettbewerbsregeln der Europäischen Union müssten grundsätzlich auch für den Sport und damit auch für den Fußball gelten. Die Besonderheiten des Sports könnten aber berücksichtigt werden. Internationale Transfer-Systeme, die in keiner Beziehung mehr zu den Trainingskosten stünden, sollten aber verboten werden. Die Kommission sei bereit, zusammen mit den Fußball-Spitzenverbänden neue Transferregeln auszuarbeiten.

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