Sport : Euro-Marathon

Ganz klein dürften sich die Läufer beim 20. Euro-Marathon in der Bankenmetropole Frankfurt (Main) zwischen den vielen Hochhäusern gefühlt haben. Tausende Zuschauer und Athleten standen im Regen, der Este Pawel Loskutow aber brachte seine Schäfchen ins Trockene: Der 31-Jährige gewann gestern über die 42,195-km-Distanz. Schon 1999 hatte er in Frankfurt gewonnen. Loskutow siegte souverän mit 2:11:08 Stunden vor dem Polen Artur Osman (2:11:45) und Vorjahressieger Henry Cherono (2:12:25/Kenia). Die Frauen-Konkurrenz dominierte Luminita Zaituc (Braunschweig) mit der Weltklassezeit und Streckenrekord von 2:26:01 Stunden. Die gebürtige Rumänin Zaituc wurde mit der deutschen Jahresbestzeit gleichzeitig auch Deutsche Meisterin. Bei den Männern holte der Wattenscheider Michael Fietz den Titel. Der 34-Jährige benötigte 2:16:23 Stunden und lag als Achter deutlich vor seinem Vereinskollegen Sebastian Bürklein (2:16:49) und dem Leipziger Matthias Körner (2:18:52). Enttäuscht zeigte sich Bundestrainer Wolfgang Heinig über die deutsche Männer-Konkurrenz: "Diese Ergebnisse hier waren weiß Gott ernüchternd." Seine Hoffnungen ruhen nur noch auf dem gesperrten Olympiasieger Dieter Baumann (Tübingen). "Mit Begeisterung habe ich erfahren, dass Dieter bei der Europameisterschaft auf der Marathonstrecke laufen will", meinte Heinig. Dafür stahl Zaituc den Männern eindeutig die Schau. Die Braunschweigerin löschte mit ihrer Siegerzeit den fünf Jahre alten Streckenrekord von Kathrin Dörre-Heinig aus und unterbot mit der drittschnellsten jemals in Deutschland gelaufenen Zeit die Norm (2:30) für die Europameisterschaft 2002 in München um über vier Minuten.

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