Eurocup : Alba reist ins Ungewisse

Am Montag ist der Bundesliga-Tabellenführer zu einer Reise mit vielen Unwägbarkeiten aufgebrochen. Über München und Donezk ging es nach Mariupol, in den Osten der Ukraine. Albas Profis wissen wenig über ihren Gegner im Eurocup.

Berlin An eine der letzten Reisen ins Ungewisse hat Marco Baldi keine gute Erinnerung. In der Saison 2007/2008 verschlug es den Basketball-Bundesligisten Alba Berlin zum Uleb-Cup-Spiel ins litauische Städtchen Siauliai. Die Anreise war strapaziös, die Informationen über den Gegner spärlich. „Wir dachten, das ist eine gute Mannschaft“, sagt Albas Geschäftsführer Baldi – gut, aber schlagbar. „Dann sind wir dort untergegangen.“ Endergebnis: 51:71.

Am Montag ist der Bundesliga-Tabellenführer erneut zu einer Reise mit vielen Unwägbarkeiten aufgebrochen. Über München und Donezk ging es nach Mariupol, in den Osten der Ukraine. Vergangene Woche trat Trainer Rimas Girskis nach einem schwachen Saisonstart des Serienmeisters zurück, sein Vorgänger Andrej Podkowirow ist auch sein Nachfolger. „Es kann sein, dass er ganz andere Systeme spielen lässt“, sagt Baldi, „man konnte sich nicht so gewissenhaft vorbereiten wie sonst.“ Zumal Mariupol mehrere Verstärkungen angekündigt hat – der eine oder andere Neuzugang könnte schon am Dienstag gegen Alba auflaufen.

Mit starken ausländischen Spielern wollten sich die Ukrainer schon in der vergangenen Saison in Europa profilieren. „Das war das Powerhouse der Ukraine, die haben mit Geld um sich geworfen“, erinnerte sich Baldi nach der Eurocup-Auslosung. Doch die Wirtschaftskrise erreichte auch Azowmasch, noch während der abgelaufenen Saison verabschiedeten sich zahlreiche Profis, weil die Gehaltszahlungen ausblieben.

Der Klub baute mit bescheideneren Mitteln seine Mannschaft um – und startete überraschend schwach in die Saison. Im Eurocup verlor das Team zum Auftakt trotz überragender Dreierquote von 55 Prozent (16 von 29 Dreier) 82:96 bei Galatasaray Istanbul. „Jetzt werden sie an ihrer Ehre gepackt und wollen wieder aufrüsten“, glaubt Baldi. Statt auf den unberechenbaren Gegner sollen sich Berlins Profis heute „auf sich selbst konzentrieren und so gut verteidigen wie in den letzten Wochen“. Damit Mariupol nicht das zweite Siauliai wird. (ru)

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