Eurocup : Alba schlägt Rom und erreicht die Zwischenrunde

Alba Berlin erlebt eine dramatische Rückkehr in die Max-Schmeling-Halle und besiegt Rom in den allerletzten Sekunden mit 84:81.

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Alba am Ball. Reggie Redding lässt Roms Jimmy Baron keine Chance. Foto: Imago
Alba am Ball. Reggie Redding lässt Roms Jimmy Baron keine Chance.Foto: Imago

Als Leon Radosevic in den letzten Sekunden auf den Korb zustürmte, bebte die Max-Schmeling-Halle wie zu goldenen Alba-Zeiten. Der kroatische Center donnerte den Ball zum Endstand von 84:81 (37:38) durch den Ring, auf den Rängen tobte das Publikum – ein besseres, packenderes und würdigeres Ende hätten sich die Berliner für ihre Rückkehr in ihre alte Heimat kaum ausdenken können. Gegen Virtus Rom lag Alba am Donnerstagabend schon scheinbar aussichtslos zurück, kämpfte sich beflügelt von den Fans zurück ins Spiel und sicherte sich dank eines fabulösen Schlussspurts noch den Sieg. Damit ist das Team von Trainer Sasa Obradovic zwei Spieltage vor Ende der ersten Gruppenphase für die Eurocup-Zwischenrunde qualifiziert. „Alba hat hier viele Erfolge gefeiert – deswegen war es nur passend, dass wir das Spiel noch gedreht haben“, sagte Albas Jan Jagla über die verrückte Zeitreise zum Falkplatz.

In Albas fünfjähriger Abwesenheit ist die Schmeling-Halle zu Fuchsbau und Volleyballtempel umgewidmet worden, erst Donnerstagfrüh konnten die Berliner beginnen, ihre alte Heimhalle zum Übergangsquartier umzurüsten. Alle Spuren der Vergangenheit hatten sich in der Kürze der Zeit nicht beseitigen lassen. Das jahrelang in den Katakomben schlummernde Parkett war in aller Eile neu beklebt worden, seit dem letzten Einsatz des Bodenbelags hat sich allerdings eine ganze Menge verändert. Die Dreipunktelinie zum Beispiel ist inzwischen auf die Entfernung von 6,75 Meter gewandert, die alte 6,25-Meter-Markierung schimmerte noch verblasst auf dem Parkett. Auch technisch kann die inzwischen 17 Jahre alte Halle am Falkplatz nicht ganz mit der Arena am Ostbahnhof mithalten: Das grobkörnige Bild auf den Videoleinwänden ließ die Spielerporträts so aussehen, als hätten die Alba-Profis allesamt Sonnenbrand.

Die ungewohnte Umgebung schien die Berliner zunächst ein wenig zu irritieren: Alba begann engagiert, aber fahrig. Der nach sechswöchiger Verletzungspause ins Team zurückgekehrte Radosevic stand in der Anfangsformation, musste aber noch einigen Rost abschütteln. Erst im zweiten Viertel kam Obradovics Team besser ins Spiel und zog zweimal auf acht Punkte davon. Es war allerdings nicht zu übersehen, dass die beiden Niederlagen der vergangenen Woche gegen Saragossa und Bremerhaven doch etwas am Selbstvertrauen der Berliner gekratzt haben. Alba vergab mehrere Chancen sich klarer abzusetzen, Rom traf mit der Halbzeitsirene zum 38:37 für die Gäste.

Nach der Pause schienen die Berliner – Spieler wie Zuschauer – dem besonderen Ambiente alle Ehre machen zu wollen. Die Atmosphäre wurde hitziger, das Spiel von Obradovics Team intensiver. Die Italiener reagierten mit Härte, nach einem heftigen Foul blieb der Berliner Akeem Vargas kurz liegen, konnte dann aber weitermachen. Die Gäste schienen den kleinen Aggressionsschub gebraucht zu haben: Plötzlich traf Rom jeden Wurf von der Dreipunktelinie, angeführt von Topscorer Jimmy Baron (25 Punkte) zog der italienische Vizemeister Anfang des Schlussviertels seinerseits auf zwölf Punkte davon. Die Berliner kämpften jetzt erst recht mit vollem Einsatz, Punkt für Punkt kamen sie näher heran. Zehn Sekunden vor Schluss schnappte David Logan einem Gegenspieler den Ball weg und traf zum 81:80 für Alba. Radosevic tat es ihm im letzten Angriff der Römer gleich und löste mit seinem folgenden Dunking einen kollektiven Freudentaumel aus.

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