Euroleague : Alba verliert 62:71 in Istanbul

Drittes Spiel, dritte Niederlage: Die Basketballer von Alba Berlin verlieren in der Euroleague-Zwischenrunde bei Anadolu Istanbul mit 62:71. Dabei wäre eine Überraschung durchaus drin gewesen.

Albas Heiko Schaffartzik auf dem Weg zum Korb. Aber der war in Istanbul oft genug sehr hart.
Albas Heiko Schaffartzik auf dem Weg zum Korb. Aber der war in Istanbul oft genug sehr hart.Foto: AFP

Der letzte Ballverlust war besonders überflüssig: Neun Sekunden vor dem Ende bekamen es die Basketballer von Alba Berlin nicht hin, den Ball innerhalb der vorgeschriebenen fünf Sekunden einzuwerfen. Nach dem 19. Berliner Turnover ging der Ball wieder an Anadolu Istanbul, die Türken gewannen am Ende 71:62 (35:30). Damit hat Alba auch das dritte Top16-Spiel in der Euroleague verloren, gemeinsam mit den ebenfalls sieglosen Bambergern zieren die Berliner in der Zwischenrunde das Tabellenende.

Dabei wäre deutlich mehr möglich gewesen. Eine halbe Minute vor dem Ende lagen die Berliner nur mit drei Punkten zurück. Dank einer guten Verteidigungsleistung hätten sie die Überraschung in Istanbul schaffen können. Aber dafür haperte es umso mehr am Zusammenspiel in der Offensive: Bezeichnend, dass Je’kel Foster im letzten richtigen Berliner Angriff, der das Spiel noch hätte wenden können, völlig isoliert einen Dreipunktewurf aus der Ecke nehmen musste, der nicht einmal den Ring berührte.

Alba hatte vor 3931 Zuschauern in Istanbul stark begonnen, führte nach dem ersten Viertel 19:16 und leistete sich in der erste Hälfte gegen die besten Balldiebe der Euroleague nur sechs Ballverluste. Da auch die Türken gewohnt gut verteidigten, entwickelte sich ein eher unansehnliches Spiel, das bis ins dritte Viertel umkämpft blieb. Doch nach dem Seitenwechsel verlor Alba den Spielfluss und 13 Mal den Ball, Istanbul kam immer wieder zu einfachen Punkten nach Kontern. In der Offensive gelang es kaum noch, den starken Topscorer Deon Thompson (15 Punkte, elf Rebounds) unter dem Korb zu finden. Dazu schlichen sich Leichtsinnsfehler ein, vor allem bei Foster (fünf Turnover), Nihad Djedovic und Derrick Byars (je vier Ballverluste).

Anadolu führte zu Beginn des Schlussviertels mit elf Punkten, Alba kämpfte sich heran, vergeblich. Trainer Sasa Obradovic hatte das Spiel zum Test erklärt, wie weit Alba aus dem Leistungsloch, das zwischendurch fünf Niederlagen in Serie tief war, schon heraus sei. Die Antwort lautet: defensiv schon weit, offensiv noch mittendrin. (Tsp)

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