• Euroleague gegen Fiba Champions League: NBA Europa? Eher der große Bruch im Basketball!

Euroleague gegen Fiba Champions League : NBA Europa? Eher der große Bruch im Basketball!

Wie eine NBA Europas wirkt die erneuerte Euroleague. Dabei geht es um einen Streit mit dem Weltverband Fiba, dessen Verlierer am Ende der Basketball ist, vor allem der deutsche. Ein Kommentar.

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Die erneuerte Euroleague ist eine Antwort auf die Champions League des Weltverbandes Fiba.
Die erneuerte Euroleague ist eine Antwort auf die Champions League des Weltverbandes Fiba.Foto: dpa

Seit vielen Jahren gibt es Gerüchte, die NBA könnte nach Europa expandieren. Ähnlich, wie es die American Footballer erfolglos mit der NFL Europe versuchten hatten. Nun haben sich die europäischen Basketballer ihre eigene NBA gegründet, so wirkt es zumindest auf den ersten Blick. Elf europäische Spitzenklubs haben am Mittwoch beschlossen, ab kommender Saison die Euroleague umzuwandeln. Künftig spielen nur noch 16 statt wie bisher 24 Teams im höchsten Europapokalwettbewerb. Jeder bestreitet in der Vorrunde 30 Spiele, acht Klubs erreichen danach die Play-offs. Die elf Topteams sind weiterhin fest gesetzt.

Das klingt fast wie eine geplante Kopie der besten Liga der Welt in Nordamerika. Tatsächlich ist es ein großer Bruch in Europa, der aus einem Streit über das liebe Geld heraus entstanden ist. Der Weltverband Fiba will ab 2017 eine Champions League als Konkurrenzprodukt einführen und versuchte, Topteams abzuwerben. Der neue Modus der Euroleague ist nun der Gegenschlag. Gewinner sind am Ende nur die elf Topklubs, die sich im Bieterwettbewerb Topbezüge gesichert haben.

Verlierer ist vor allem die Bundesliga

Verlierer sind die nationalen Ligen, vor allem die Bundesliga. Weiterhin ist kein deutsches Team für die Euroleague gesetzt. Statt bisher meist zwei Bundesligisten kann sich künftig maximal der Meister qualifizieren – wenn die Deutschen sich nicht für den neuen Fiba-Wettbewerb entscheiden. Dort hätten sie mehr Spielpausen, aber auch unattraktivere Gegner.

Schon vor 15 Jahren rivalisierten zwei Europapokale im Basketball. Auch die NBA konkurrierte einst mit der ABA. Am Ende setzte sich der stärkere, lernfähigere Wettbewerb durch. In Europa muss der Sport aber um Aufmerksamkeit kämpfen, die Spaltung könnte ihn um Jahre zurückwerfen – vor allem, weil der deutsche Markt wieder einmal übergangen wird.

Überzeugende Formate sind weder die Fiba Champions League noch die Euroleague. Beide setzen weder auf Chancengleichheit im geschlossenen System, wie die NBA, noch auf rein sportliche Qualifikation, wie etwa der Fußball. Der europäische Basketball vereint mal wieder nur die schlechtesten Seiten beider Systeme.

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