Sport : Europa entfernt sich

Vor dem zweiten Halbfinalspiel in Bamberg bangt Alba Berlin um die Qualifikation für die Euroleague

Benedikt Voigt

Berlin - Der Präsident der Telekom Baskets Bonn braucht Ruhe, wenn er am Handy nach Alba Berlin gefragt wird. Wolfgang Wiedlich fährt sein Auto an den Straßenrand, dann spendet er überraschend jenem Verein Trost, mit dem ihn eine große nationale Rivalität verbindet. Der Bonner Präsident sagt: „Die Berliner sollen jetzt mal nicht so zittern, das wird schon klappen mit der Europaliga.“

Doch dessen kann sich Alba Berlin nach dem ersten Halbfinalspiel (57:69) gegen GHP Bamberg nicht mehr sicher sein. Die Mannschaft von Trainer Emir Mutapcic sollte heute im zweiten Play-off-Spiel in Bamberg (19.30 Uhr) besser gewinnen, um nicht in der Best-of-five-Serie mit 0:2 in Rückstand zu geraten. Bei einer dritten Niederlage gegen Bamberg wäre Alba ausgeschieden und müsste um die erneute Qualifikation für die Europaliga bangen. Dann würde der neue Meister – Bamberg, Frankfurt oder Bonn – die Berliner in dem Europaliga-Ranking der Bundesliga überholen. „Damit beschäftigen wir uns momentan nicht“, sagt Albas Vizepräsident Marco Baldi, „unser Ziel ist es nach wie vor, auf Platz eins zu landen.“

Doch selbst wenn Alba Berlin im Halbfinale ausscheiden würde, stehen die Chancen auf eine achte Europaligasaison in Folge nicht schlecht. Bamberg kündigte bereits an, auf die Europaliga verzichten zu wollen, falls man Deutscher Meister werde. „Wir fühlen uns im Uleb-Cup gut aufgehoben“, sagte Wolfgang Heyder, Geschäftsführer der GHP Bamberg. Die Qualifikation für die Europaliga sei auch eine Frage des Etats. „Man hat doch bei Alba Berlin gesehen, wie schwierig es ist, in so einer Liga zu spielen.“ Bambergs Budget beläuft sich auf 2,6 Millionen Euro, die Berliner Basketballer verfügen fast über den doppelten Etat.

Hinzu kommt jedoch, dass in das Bamberger Forum lediglich 4500 Zuschauer passen. Die Europaliga schreibt jedoch Hallen für über 5000 Zuschauer vor. Eine weitere Voraussetzung für die Europaliga erfüllen die Bamberger ebenfalls nicht. Es gibt keinen internationalen Flughafen in der Nähe. „Wir müssen realistisch sein“, sagte Heyder nur wenige Minuten nach dem souveränen ersten Halbfinalsieg über Alba. „Wir müssen uns sukzessive weiterentwickeln.“ In der laufenden Saison spielte Bamberg erstmals seit einigen Jahren wieder in einem internationalen Wettbewerb, der leistungsschwächeren Fiba-Europaliga. Der Uleb-Cup wäre nun der nächste Schritt.

Bonn als Meister dürfte Alba Berlin ebenfalls nicht ungelegen sein – wenn Alba im Halbfinale ausscheidet. In der Bonner Hardtberghalle finden lediglich 3000 Zuschauer Platz. „Wir haben auch die Kölnarena vor der Haustüre“, sagt Präsident Wolfgang Wiedlich, „da müssten wir erst mit unserem Hauptsponsor über die Finanzierung reden.“ Die Miete für die Kölnarena ist erheblich, zudem ist fraglich, ob die Arena zu 14 Terminen zur Verfügung stünde. Zwar hat es in der Europaliga bei der Hallenkapazität in dieser Saison Ausnahmen gegeben. „Allerdings letztmalig“, berichtet Baldi.

Nur ein Meister 2003/2004 aus Frankfurt käme den Europaligaplänen der Berliner ungelegen. „Warum sollten wir da nicht spielen wollen?“, fragt Gunnar Wöbke, Manager der Skyliners. Sein Team trat bereits vor zwei Jahren in der Europaliga an. In die Ballsporthalle passen exakt 5002 Zuschauer. „Mit der Europaliga befassen wir uns, wenn es so weit ist“, sagt Wöbke.

Die Berliner Basketballer können jedoch diese Überlegungen sehr einfach beenden. Indem sie die Halbfinalserie gegen Bamberg gewinnen.

Heute im Fernsehen:

GHP Bamberg – Alba Berlin,

live auf TV Berlin.

SPIELBEGINN 19.30 Uhr

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