Sport : Europa in der Halle

Die Berliner Basketball-Trophy offenbart Albas neue internationale Ambitionen

Benedikt Voigt

Berlin. Die Handyrechnung von Carsten Kerner wies in diesem Sommer eine beträchtliche Summe aus. „Genau weiß ich es nicht“, sagt der Manager von Alba Berlin, „aber es ist schon eine Menge zusammengekommen.“ Aus seinem Urlaubsort in Spanien verhandelte Kerner per Handy mehrmals mit seinem Amtskollegen aus Moskau. Auch nach Wroclaw, Belgrad und Tel Aviv gingen dienstliche Telefonate. Wobei Kerner bei dem Manager der Israelis vielleicht noch Glück hatte. „Der war mit dem Hausboot irgendwo in Frankreich unterwegs“, sagt der Alba-Manager, „ich weiß nicht, wie das abgerechnet wurde.“

Das Geld dürfte sich gelohnt haben. Wenn heute die Berliner Basketball-Trophy des Berliner Basketball-Verbandes in der MaxSchmeling-Halle (ab 17.30 Uhr) startet, wird Alba Berlin gegen drei europäische Topteams antreten: Slask Wroclaw, Maccabi Tel Aviv und Partisan Belgrad. Nur ZSKA Moskau sagte ab. „Das ist der absolute Höhepunkt der Vorbereitung“, sagt Carsten Kerner, „Spieler und Trainer sind sehr motiviert.“ Noch nie gab es in Berlin ein so hochkarätiges Vereinsturnier. Bislang stellte Alba seine neue Mannschaft mit einem Heimspiel vor. Diesmal bekommen die Berliner Fans gleich drei spannende Duelle zu sehen. Doch das ehrgeizige Vorbereitungsprogramm hat seinen Hintergrund: Das Abschneiden in der Europaliga, die am 5. November beginnt, ist für Alba in dieser Saison so wichtig wie lange nicht mehr.

„Unter die letzten 16 Mannschaften in der Europaliga zu kommen, ist ein sehr ambitioniertes Ziel“, sagt Kerner. In den letzten beiden Jahren enttäuschten die Berliner in der Liga der besten europäischen Vereinsteams. „Diesmal wollen wir vom ersten Europaligaspiel voll bei der Sache sein“, sagt Kerner. Da macht es Sinn, sich frühzeitig mit Seinesgleichen zu messen. Hinzu kommt, dass Trainer Emir Mutapcic in John Best, Szymon Szewczyk und Vladimir Petrovic drei Spieler in seinem Team hat, die sich erstmals auf europäischem Level beweisen wollen. „Die Europaliga ist für mich wichtiger als die Bundesliga“, sagt Zugang John Best, der heute gemeinsam mit Szymon Szewczyk zum ersten Mal vor dem Berliner Publikum im Alba-Trikot auflaufen wird. „Ich möchte zeigen, dass ich mich auf diesem Niveau messen kann.“

Das neue Ziel bedeutet allerdings nicht, dass die Bundesliga für Alba nach sieben Meistertiteln in Folge unbedeutend geworden ist. Zum einen, weil die Berliner mit dem achten Titel Bayer Leverkusen übertreffen würden, das in den Neunzigerjahren ebenfalls siebenmal in Folge gewann. Zum anderen, weil der Meistertitel den Berlinern entscheidend helfen würde, sich auch für die Europaliga des Jahres 2004/2005 zu qualifizieren. Die ersten Vorbereitungen für diese Saison laufen nämlich schon. Kerner sagt: „Das Turnier ist auch für das nächste Jahr geplant.“

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