Sport : Europa ist genug

Füchse-Spieler Christophersen erklärt den HSV zum Favoriten im Spitzenspiel

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Guter Abschluss angestrebt. Seine Torquote will Sven-Sören Christophersen (hier im Spiel gegen Flensburg) noch verbessern. Foto: dapd
Guter Abschluss angestrebt. Seine Torquote will Sven-Sören Christophersen (hier im Spiel gegen Flensburg) noch verbessern. Foto:...Foto: dapd

Berlin - Selbst in der Statistik der Fachzeitung fehlt sein Name. Dass Sven-Sören Christophersen am vergangenen Sonntag im EM-Qualifikationsspiel gegen Island etwa eineinhalb Minuten gespielt und eine Zweiminutenstrafe kassiert hat, verschweigt die „Handballwoche“. Für den 25-Jährigen ist das halb so dramatisch. „Wichtiger war, dass mir der Bundestrainer erklärt hat, warum er mich nicht länger eingesetzt hatte“, sagt der Halblinke der Füchse. Heiner Brand habe ihm außerdem gesagt, dass er auch weiterhin zum Team gehöre. So kann auch Christophersen nach dem Sieg etwas Selbstbewusstsein in den Bundesliga-Alltag mitnehmen. Das ist wichtig, denn: „In der Nationalmannschaft bin ich noch nicht an der ersten Front, aber bei den Füchsen muss ich ganz vorn marschieren.“

In dieser Rolle ist Christophersen auch heute im Spitzenspiel gegen den HSV Hamburg (15 Uhr, live bei Sport1) gefragt, gegen den sechs Punkte und zwei Plätze besser dastehenden Tabellenführer. „Leistungssport ist ein Wochengeschäft. Wenn man zu viel über Wenn und Aber nachdenkt, kann man sehr schnell auch eine gute Situation wieder verspielen“, warnt Christophersen. Dass die Hamburger in der Max-Schmeling-Halle klar favorisiert sind, trotz des 31:27- Siegs der Füchse im Pokal-Achtelfinale, steht für ihn außer Frage. Füchse-Trainer Dagur Sigurdsson bleibt dennoch bei seiner Losung: „Ich will immer gewinnen!“ Er hat den Spielern wieder individuelle Video-Clips in ihre Internetportale gestellt, in denen sie Stärken und Schwächen ihrer Gegenspieler studieren können.

Aus dem Gästeteam, in dem wohl Kapitän Guillaume Gille wegen Achillessehnenbeschwerden fehlt, sind Marcin und Krzystof Lijewski Christophersens Gegenspieler – und wenn er die Aufgabe des Regisseurs übernimmt, Michael Kraus oder Domagoj Duvnjak. „Natürlich kenne ich sie gut, aber ein Vergleich zum Pokalspiel ist wertlos. Daraus einen Vorteil für uns abzuleiten, funktioniert nicht“, sagt Christophersen.

Der 1,98 m große Rechtshänder aus dem Rückraum, der in dieser Saison die bisher genau 100 Tore geworfen hat, sieht sich in einer guten Entwicklung bei den Füchsen. Dabei möchte er nicht nur an den erzielten Treffern gemessen werden, sondern betont auch seine Aufgaben in der Abwehr sowie den Anspielen zum Linksaußen und an den Kreis. „Natürlich muss auch noch meine Trefferquote besser werden“, sagt er.

Er orientiert sich dabei auch ein wenig an großen Spielern, die er früher schon bewunderte, später aber nie zu kopieren versuchte: Stefan Lövgren, Olafur Stefansson oder Daniel Stephan. Sehr wahrscheinlich wird Christophersen in der kommenden Saison einen Weltstar sogar als Konkurrent bei den Füchsen auf Halblinks bekommen, den Spanier Iker Romero vom FC Barcelona. „Konkurrenz belebt das Geschäft, ich könnte doch von so einem Spieler nur lernen“, sagt Christophersen.

In den noch ausstehenden zehn Saisonspielen wollen die Füchse auch damit den greifbar nahen Europacup-Platz absichern. Dass auch der Titel mit einem Sieg gegen den HSV wieder in Reichweite rücken könnte, blockt Christophersen ab: „Über mehr reden wir nicht.“ Auch mit der Nationalmannschaft will er sich derzeit nicht befassen, ihm ist klar, „dass man sich nur über dieses Team in der breiten Öffentlichkeit einen großen Namen machen kann“. Das geht am besten durch Erfolge mit den Füchsen. Und da taucht auch der Name Christophersen in jeder Spielstatistik auf.

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