Europa League : Auf ins spanische Finale

Dreimal Spanien, einmal Portugal: Im Halbfinale der Europa League kommt es zur iberischen Meisterschaft. Athletic Bilbao trifft dabei im internationalen Duell auf Sporting Lissabon.

Da gehts ins Endspiel. Marcelo Bielsa gilt manchen als bester Trainer der Welt.
Da gehts ins Endspiel. Marcelo Bielsa gilt manchen als bester Trainer der Welt.Foto: dpa

Die besten Fußball-Teams Europas kämpfen in der Champions League um den Titel, aber der für viele „beste Trainer der Welt“ sorgt in der Europa League für Furore. Mit Schalke-Bezwinger Athletic Bilbao will Marcelo Bielsa heute im Halbfinal-Hinspiel bei Sporting Lissabon den Grundstein für ein rein spanisches Finale legen. Das zweite Halbfinale bestreiten nämlich Atlético Madrid und der FC Valencia. „Wir sind zuversichtlich. Wenn wir unsere Normalform erreichen, haben wir gegen Sporting gute Chancen“, sagte Bilbaos Mittelfeldmann Ander Iturraspe.

Das Spiel im Lissabonner Alvalade-Stadion wird auch Barcelonas Trainer Pep Guardiola nicht verpassen, der Bielsa als besten seiner Zunft verehrt. Der exzentrische Argentinier wird aber nicht nur von Guardiola, Diego Maradona und anderen Amtskollegen gefeiert. Auch von seinen Spielern kommt überschwängliches Lob: „Bielsa arbeitet wie kein Zweiter, er hat uns einen Qualitätsschub gegeben und will, dass wir wie Barça spielen“, erzählt Mittelstürmer Fernando Llorente.

In Portugal verbreitet Bielsa mit seinem offensiven Stil Angst. „Der Verrückte“, wie der 56-Jährige genannt wird, ist vom Fußball besessen, sieht sich zur Vorbereitung stundenlang Match-Videos an. Zwischen 1998 und 2010 ließ er als National-Coach von Argentinien und Chile schon begeisternden Fußball spielen, scheiterte aber immer im entscheidenden Augenblick. Seit der WM 2002 wird er daheim in Argentinien denn auch eher gehasst.

Nun soll Bielsa dafür sorgen, dass Bilbao, das nur baskische Spieler einsetzt und vor Schalke das Starensemble von Manchester United aus dem Wettbewerb schoss, das erste europäische Finale seit der Uefa-Cup-Niederlage 1977 gegen Juventus Turin erreicht. Leicht wird es für die jungen Mannschaft in Lissabon aber keinesfalls. Mittelfeldmann Javi Martínez ist gesperrt, Stürmer Iker Muniain bangt wegen einer Augenentzündung um seinen Einsatz.

Sporting setzt auf den herausragenden Nationaltorwart Rui Patrício, den chilenischen Regisseur Matís Fernández und den niederländischen Stürmer Ricky van Wolfswinkel. Seit der Amtsübernahme von Trainer Ricardo Sa Pinto im Februar haben die „Löwen“, wie sie ehrfurchtsvoll genannt werden, alle acht Heimspiele gewonnen und nur ein Gegentor zugelassen. „Wir brennen vor Ehrgeiz“, sagt Kapitän Daniel Carriço. 48 Jahre nach dem Triumph im Europapokal der Pokalsieger will der Finalist des Uefa-Pokals 2005 wieder einen europäischen Titel holen.

Ebenso gespannt wird das spanische Bruderduell erwartet: Valencia sinnt auf Revanche für das Ausscheiden im Viertelfinale 2010 gegen den späteren Sieger Atlético Madrid. „Das hat vor zwei Jahren sehr weh getan, das war in vielerlei Hinsicht nicht gerecht“, sagt der linke Außenverteidiger Jordi Alba. Atlético, das Hannover 96 aus dem Wettbewerb warf, baut im spanischen Duell auf seine geballte Angriffskraft. Falcao, Adrian Lopez und Diego gehören mit zum Besten, was die Europa League in diesem Jahr offensiv zu bieten hat. Falcao traf bislang achtmal für die Hauptstädter unter Trainer Diego Simeone, in der vergangenen Saison hatte er mit unglaublichen 17 Treffern maßgeblichen Anteil am Europa-League-Gewinn seines Ex-Klubs FC Porto. Doch ein Spaziergang wird es gegen Valencia sicher nicht. In den beiden Ligaduellen gegen den Tabellendritten der Primera Divison erzielte Atletico kein Tor. (dpa/dapd)

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