Europa League : Bayer locker ins Achtelfinale: 2:0 gegen Charkow

Michael Ballack durfte nach dem Achtelfinal-Einzug in der Europa League mit Bayer Leverkusen rundum zufrieden sein. Mehr als der Schongang war im Rückspiel gegen Metalist Charkow nicht nötig.

Leverkusens Michael Ballack im Zweikampf mit Sebastian Blanco von Europa-League-Gegner Metalist Charkow.
Leverkusens Michael Ballack im Zweikampf mit Sebastian Blanco von Europa-League-Gegner Metalist Charkow.Foto: AFP

Ein besseres Trainingsspiel hat Torschütze Michael Ballack und Bayer Leverkusen zum Achtelfinal-Einzug in der Europa League genügt. Bayer gewann gegen Metalist Charkow nach der 4:0-Gala in der Ukraine daheim 2:0 (0:0). Ballack (70.) erzielte am Donnerstag nach der Führung durch Kapitän Simon Rolfes (47.) den Endstand. Der Tabellen-Zweite der Bundesliga trifft am 10. und 17. März entweder auf den SSC Neapel, derzeit die Nummer zwei in Italien, oder den FC Villarreal, momentan auf Platz vier in Spanien. Die Leverkusener müssen zunächst daheim vorlegen.

„Beides deutlich wärmer als Charkow“, witzelte Rolfes nach der Partie über den nächsten Gegner und war zufrieden mit der Leistung seiner Kollegen, die nunmehr seit zehn Partien international ungeschlagen sind. „Grundsätzlich haben wir das souverän gemacht und nichts anbrennen lassen gegen keine schlechte Mannschaft. Das ist schon ein Zeichen von Qualität“, betonte Rolfes.

Bayer-Trainer Jupp Heynckes hatte seine Startformation im Vergleich zum 4:2-Sieg am Sonntag gegen den VfB Stuttgart auf fünf Positionen verändert. Während Ballack neben Lars Bender im defensiven Mittelfeld begann und zu seinem dritten Saisoneinsatz über die volle Distanz kam, agierte Rolfes hinter Stürmer Stefan Kießling.

Rolfes hätte schon in der fünften Minute für die Führung sorgen können, scheiterte aber am herausgelaufenen Torhüter Vladimir Disljenkovic. Nur eine Minute später war der Serbe geschlagen, doch Bender bekam den Ball nicht an dessen Landsmann Milan Obradovic vorbei, der das Leder vor der Torlinie im Liegen abblockte.

Heynckes hatte trotz des bequemen Polsters aus dem Hinspiel vor der Partie Engagement von seinen Schützlingen gefordert, die nach 20 Minuten aber den Schongang einlegten. „Wenn man heute gut spielt, ist das auch sehr gut für das Bremer Spiel“, sagte der Coach mit Blick auf den Bundesliga-Auftritt bei Werder am Sonntag. Ballack sollte in seinem 94. Europapokal-Einsatz weitere Spielpraxis sammeln. „90 Minuten in diesem Wettbewerb bringen ihn weiter“, betonte Heynckes.

Die Zuschauer munterten den 34-Jährigen auf. Ballack leitete in der 16. Minute den nächsten gefährlichen Angriff ein, nach dem folgenden Eckball schoss Manuel Friedrich über das Tor. Auch der Tabellen-Dritte aus der Ukraine bemühte sich, war aber harmlos. René Adler musste nur einen Schuss von Marko Devic parieren (19.). „Es war schon ein komisches Spiel mit dem 4:0 im Rücken, das birgt auch Gefahren“, sagte der Nationalkeeper.

Vor 16.212 Fans in der Bay-Arena leitete Ballack in der zweiten Hälfte mit einem abgeblockten Schuss das 1:0 ein. Renato Augusto passte gedankenschnell auf Rolfes, der diesmal einschoss. „Capitano“ Ballack schaltete sich nun häufiger in die Offensive ein und ließ gelegentlich alte Klasse aufblitzen.

Die Hausherren wirkten insgesamt wieder engagierter. Heynckes gab nun auch Nachwuchskräften eine Chance. Nach Rückpass des 17-jährigen Danny da Costa war Ballack zur Stelle, zimmerte den Ball aus kurzer Entfernung unter die Latte und krönte seine insgesamt gelungene Vorstellung mit seinem 20. Europapokal-Tor. Da Costa (81.) und Kevin Kampl (86.) verpassten danach noch das 3:0. (dpa)

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