Europa League : Deutschland gegen Spanien

Im Viertelfinale der Europa League gibt es am Donnerstag gleich zwei deutsch-spanische Duelle. Der FC Schalke 04 empfängt Atheltic Bilbao, Hannover 96 muss bei Atlético Madrid antreten.

Träume aus Alufolie. Die Fans von Hannover 96 haben den Europapokal schon mal nachgebildet.
Träume aus Alufolie. Die Fans von Hannover 96 haben den Europapokal schon mal nachgebildet.Foto: firo Sportphoto

Bundesliga gegen Primera División – das Viertelfinale in der Europa League wird zum Kräftemessen zwischen deutschen und spanischen Klubs. Der FC Schalke 04 duelliert sich am Donnerstag mit dem Manchester-United-Bezwinger Athletic Bilbao, Hannover 96 tritt zeitgleich beim einstigen Titelgewinner Atlético Madrid an. Vor allem bei den international unerfahrenen Norddeutschen, die erstmals in einem Europapokal-Wettbewerb in der Runde der letzten acht Teams stehen, ist der Nervenkitzel groß: „Wir freuen uns riesig auf das Abenteuer. Das Finale von Bukarest ist ein Traum“, sagte Angreifer Jan Schlaudraff.

Für Schalke könnte es von Vorteil sein, gleich sechs Kenner des iberischen Fußballs in seinen Reihen zu haben. Die Spanier Raúl, José Manuel Jurado und Sergio Escudero sowie die ehemaligen Primera-División-Profis Timo Hildebrand, Klaas-Jan Huntelaar und Christoph Metzelder konnten ihrem Trainer Huub Stevens vor dem Heimspiel gegen die Basken wichtige Tipps geben. „Bilbao ist sehr spielstark, was die Mannschaft gegen Manchester United unter Beweis gestellt hat“, warnte Hildebrand vor der Elf des argentinischen Trainers Marcelo Bielsa.

Erstmals in der bislang so erfolgreichen K.o.-Runde beginnt der Revierklub mit einem Heimspiel. Doch der vermeintliche Nachteil kann das nach vier Siegen in Serie gewachsene Selbstbewusstsein nicht schmälern. Athletic dagegen rutschte in der Primera División nach vier Partien ohne Sieg auf Platz elf ab. „Dass wir zuerst zu Hause spielen, macht für mich keinen Unterschied. Der Heimvorteil spielt nur eine Rolle, wenn es in die Verlängerung geht“, sagte Stevens.

Wie der Trainer ist auch Manager Horst Heldt froh, dass Joel Matip von der Uefa freigesprochen wurde und zusammen mit Kyriakos Papadopoulos die eingespielte Innenverteidigung bilden kann. Das erhöht die Hoffnung auf ein gutes Polster für das zweite Duell mit den Nordspaniern. Heldt gab die Richtung vor: „Wir haben uns das ehrgeizige Ziel gesetzt, ins Endspiel zu kommen.“ Für Hannover ist die Reise nach Madrid nicht nur aus sportlichen Gründen ein Abenteuer. Rund um das Duell mit dem Team um den ehemaligen Bundesligastar Diego droht wegen des angekündigten Generalstreiks Chaos. Aus Protest gegen die geplante Arbeitsmarktreform der Regierung riefen die Gewerkschaften zum Ausstand auf. Fans, die erst am Spieltag fliegen wollen, könnten die Leidtragenden sein. Es droht die Annullierung der Flüge. Zudem verkehrt der Nahverkehr in Madrid nur eingeschränkt. Die 96-Stars ficht das nicht an. „Wir haben unseren Job zu tun. Wir wollen weiterkommen“, sagte Kapitän Steven Cherundolo. Ungeachtet dieser schwierigen Begleitumstände muss der Bundesligist in der spanischen Hauptstadt Ruhe bewahren, um sich alle Chancen auf den Halbfinaleinzug eine Woche später zu wahren.

Allerdings hat der Europa-League-Sieger von 2010 im laufenden Wettbewerb im heimischen Stadion Vincente Calderón alle sechs Spiele gewonnen. Dennoch fühlt sich Hannover stark genug und hat längst höhere Ziele. „Ins Halbfinale zu kommen, wäre irre“, sagte Trainer Mirko Slomka.

Hannovers Chance könnte darin liegen, dass die Spanier 96 nicht ernst nehmen. In Madrid gilt Atlético als klarer Favorit, weil Hannover zu unbekannt ist. Der Tabellenachte der Primera División hat auch Probleme, das knapp 55 000 Menschen fassende Stadion zu füllen. Weil Hannover nicht als attraktiver Gegner gilt, gewährt der Klub ordentlich Rabatt auf die Tickets. „Wir gehen nicht davon aus, dass wir ausscheiden“, sagte Atléticos Juanfran leicht überheblich. (dpa)

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