Europa League : Eintracht Frankfurt verliert in Israel

Nach drei Siegen aus den ersten drei Spielen hat es Eintracht Frankfurt jetzt auch in der Europa League erwischt. Die Hessen unterlagen bei Maccabi Tel Aviv 2:4

Harte Landung. Frankfurt, hier mit Stefan Aigner, macht jetzt auch in Europa eine Erfahrung, die die Mannschaft bisher nur aus der Bundesliga kannte: Man kann nicht immer gewinnen.
Harte Landung. Frankfurt, hier mit Stefan Aigner, macht jetzt auch in Europa eine Erfahrung, die die Mannschaft bisher nur aus der...Foto: AFP

Die sportliche Krise hat Eintracht Frankfurt nun auch in der Europa League mit voller Wucht erfasst. Nach einer anfangs peinlichen und am Ende immerhin kämpferischen Vorstellung verlor der Fußball-Bundesligist mit 2:4 (0:3) beim Israelischen Meister Maccabi Tel Aviv. Ein Doppelschlag von Srdjan Lakic (63. Minute) und Alexander Meier per Handelfmeter (67.) war für die Eintracht nicht genug, da sie bereits nach 35 Minuten durch Tore von Eran Zahavi (14.) und Barak Itzhaki (30./35.) mit 0:3 zurücklag. Für den Schlusspunkt sorgte erneut Zahavi in der Nachspielzeit mit einem verwandelten Handelfmeter.

Diese Pleite verhinderte nicht nur, dass Frankfurt die vorzeitige Qualifikation für die K.-o.-Runde verpasste. Sie war drei Tage vor dem wichtigen Bundesliga-Derby bei Mainz 05 auch noch ein weiterer Schlag für das ohnehin schon angeknackste Selbstvertrauen. Denn während es in der Europa League nur die erste Niederlage nach zuvor drei mühelosen Siegen war, sind die Frankfurter daheim im Ligaalltag schon seit sechs Partien sieglos.

Genau aus diesem Grund entschloss sich Trainer Armin Veh dazu, in Tel Aviv zum ersten Mal in dieser Saison im großen Stil zu rotieren und mit Blick auf das Spiel in Mainz mehrere Leistungsträger zu schonen. Sebastian Rode blieb gleich ganz in Frankfurt, Torjäger Vaclav Kadlec saß zunächst nur auf der Bank. Dafür brachte Veh im Vergleich zur 1:2-Niederlage gegen den VfL Wolfsburg fünf neue Spieler: Srdjan Lakic im Sturm, Stefan Aigner und Takashi Inui dahinter, Constant Djakpa und Stephan Schröck in der Abwehr.
Das Ergebnis war jedoch lange Zeit niederschmetternd: Die Eintracht fand überhaupt nicht in dieses Spiel. Maccabi störte zwar früh und machte es den Frankfurtern dadurch schwer. Aber als Alibi für die groben Mängel in allen Bereichen taugte das nur bedingt. Ein zielstrebiges, dominantes Angriffsspiel, wie von Veh gefordert, war nicht zu sehen. Und in der Defensive führte der lethargische und unkonzentrierte Frankfurter Auftritt zu teils grotesken Patzern.
Beim ersten Gegentor stellte sich Verteidiger Anderson beim Pass von Mitrovic auf Zahavi geradezu tölpelhaft an. Beim 0:2 griff zunächst niemand den Flankengeber Ben Harush an und fühlte sich danach auch niemand für den Torschützen Itzhaki zuständig. Der dritte Treffer fiel den Israelis ähnlich leicht, diesmal vollendete Itzhaki mit einem schönen Heber. Tel Avivs Trainer Paulo Sousa, der 1997 mit Borussia Dortmund die Champions League gewann, erlebte die von ihm zuvor erhoffte „historische, glorreiche Nacht“.

Die rund 2000 mitgereisten Frankfurter Fans dagegen waren entsetzt und kehrten ihrer Mannschaft zur Pause demonstrativ den Rücken zu. Eine Reaktion der Eintracht blieb zunächst aus. Das änderte sich erst nach einer guten Stunde, als Lakic nach einer Flanke von Schröck auf 1:3 verkürzte. Nur zwei Minuten später kam es im Strafraum zu einem Laufduell zwischen Aigner und Nikola Mitrovic, bei dem sich der Frankfurter verletzte und der Maccabi-Profi den Ball mit der Hand spielte. Meier verwandelte den fälligen Elfmeter - und die Eintracht warf gegen nun völlig verunsicherte Israelis alles nach vorn.
Zwingende Torchancen kamen dabei aber abgesehen von einem Kopfball des nun eingewechselten Kadlec nicht mehr heraus. Und so müssen die Frankfurter nun in den Spielen bei Girondins Bordeaux (28. November) und gegen Apoel Nikosia (12. Dezember) versuchen, das Weiterkommen und auch den Gruppensieg perfekt zu machen. dpa

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