Europa-League-Finale : Der FC Sevilla verteidigt seinen Titel

Die Spanier gewinnen durch ein 3:2 gegen Dnipro Dnipropetrowsk wie schon im Vorjahr die Europa League. Zur Halbzeit stand es 2:2.

Foto: AFP
Foto: AFP

Die Spieler von Dnipro Dnipropetrowsk konnten gar nicht schnell genug in ihre Kabine kommen. Einigen liefen Tränen der Enttäuschung übers Gesicht, während auf der anderen Seite Sevillas Spieler ausgelassen vor der eigenen Fankurve feierten. Im Finale der Europa League in Warschau blieb die große Überraschung aus, Titelverteidiger Sevilla besiegte Dnipro Dnipropetrowsk 3:2 (2:2) und qualifizierte sich dadurch für die Champions League in der kommenden Saison.
Sevilla gewann die Europa League beziehungsweise deren Vorgängerwettbewerb, den Uefa-Cup, zum vierten Mal und ist damit alleiniger Rekordhalter.
Dabei hatte das Spiel für Sevilla denkbar ungünstig begonnen. Dnipros Nikola Kalinic gewann ein Kopfballduell und verlängerte den Ball genau in den Lauf von Matheus. Der Brasilianer flankte direkt wieder auf den sich freilaufenden Kalinic und schon stand des 1:0 für Dnipropetrowsk. Ein Angriff, ein Tor – mit dieser Effektivität war Dnipro bis ins Finale gestürmt und hatte auf dem Weg dorthin prominente Gegner wie Ajax Amsterdam oder den SSC Neapel ausgeschaltet.

In der ersten Halbzeit war es ein hochklassiges Spiel
Mit dem Vertrauen in die eigene Defensivstärke zog sich Dnipropetrowsk sofort zurück und überließ Sevilla das Feld. Das sollte sich als folgenschwerer Fehler erweisen, denn die spielstarken Spanier erspielten sich Chancen beinahe im Minutentakt. Zuerst zögerte Vitolo zu lange mit dem Abschluss, dann scheiterte Antonio Reyes aus der Distanz. Dnipro baute bereits nach einer Viertelstunde zwei Viererketten vor dem eigenen Strafraum auf, aber Sevilla fand geduldig immer wieder eine Lücke. Es bedurfte allerdings einer Standardsituation, um zum Ausgleich zu kommen. Nach einem Eckball schaltete der polnische Nationalspieler Grzegorz Krychowiak im Getümmel am schnellsten und traf zum 1:1. Sevilla benötigte nur drei weitere Minuten, um das Spiel zu drehen. Reyes spielte einen Traumpass genau zwischen Dnipros Innenverteidiger in den Lauf von Carlos Bacca. Kolumbiens Nationalspieler umkurvte den herauslaufenden Torhüter Denis Boyko und schob den Ball locker ins Tor.

Dnipro fehlte am Ende die Kraft
Dnipropetrowsk musste nun mehr investieren und schaltete wie aus dem Stand in den Angriffsmodus. Evgen Konoplijanka hätte mit einem Distanzschuss beinahe den Ausgleich erzielt. Quasi im Gegenangriff sauste ein Schuss von Aleix Vidal über das Tor. Beide Mannschaften boten den 56 000 Zuschauern im ausverkauften Warschauer Stadion hochklassige Unterhaltung, es ging nun hin und her mit Torchancen im Minutentakt. Kurz vor der Pause legte sich Ruslan Rotan den Ball an der Strafraumgrenze zum Freistoß zurecht und verwandelte über die Mauer hinweg zum 2:2.


Das hohe Tempo konnten beide Mannschaften zu Beginn der zweiten Halbzeit nicht mehr halten, an den Kräfteverhältnissen änderte sich aber nichts. Sevilla blieb die bessere Mannschaft, hatte aber mehr Probleme, Lücken in Dnipros Abwehr zu finden. Gefahr kam meist bei Standardsituationen auf, die Dnipropetrowsk erstaunlich schlecht verteidigte. Beharrlich bearbeitete Sevilla den Gegner, bei Dnipro schwanden zuerst die Kräfte und dann die Konzentration. Vitolo spitzelte den Ball mit viel Gefühl in den Strafraum, wo erneut Bacca souverän verwandelte. Der Kolumbianer hätte kurz darauf die endgültige Entscheidung herbeiführen können, aber es blieb auch so beim Sieg für die Spanier.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben