Europa League : Frankfurt feiert schon, Freiburg zittert noch

Die Vorzeichen für die Bundesliga-Abstiegskämpfer Freiburg und Frankfurt sind vor dem letzten Gruppenspieltag der Europa League unterschiedlich: Die Eintracht ist schon durch, der SC kann noch Gruppensieger werden - oder ausscheiden.

Heute Abend ist für Torwart Oliver Baumann und den SC Freiburg alles noch offen
Heute Abend ist für Torwart Oliver Baumann und den SC Freiburg alles noch offenFoto: dpa

Am letzten Spieltag der Europa-League-Gruppenphase unterscheiden sich die Ausgangssituationen für die international spielenden Abstiegskandidaten der Fußball-Bundesliga eklatant. Rang eins und die Zwischenrunde sind den Hessen schon nicht mehr zu nehmen. Gegen Apoel Nikosia wird der Tabellen-15. der Liga am Donnerstag (19.00 Uhr) daher mit einer B-Elf auflaufen. Für den in der Liga punktgleichen SCF dagegen ist gegen den FC Sevilla (21.05 Uhr) noch alles möglich: Ausscheiden, Weiterkommen, Gruppensieg.

Dem frustrierenden Liga-Alltag mit elf Zählern nach 15 Spielen und noch immer keinem Heimsieg könnte Freiburg also ein echtes Erfolgserlebnis entgegensetzen. „Die Mannschaft ist hochmotiviert und es wäre ein großer Erfolg, wenn wir eine Runde weiterkämen“, sagte Trainer Christian Streich am Mittwoch. „Erfolge wollen wir unter allen Umständen. Die brauchen wir.“ Vor der Partie im Freiburger Stadion sind die seit sechs Pflichtspielen ungeschlagenen Spanier mit neun Punkten Spitzenreiter.

Der SC liegt dank des gewonnenen direkten Vergleichs vor Slovan Liberec (beide sechs Punkte). Schlusslicht Estoril Praia hat nach fünf Spielen drei Zähler gesammelt. Was das bedeutet, wussten die Freiburger Profis schon unmittelbar nach dem vorentscheidenden 2:1 in Tschechien gegen Liberec. „Wenn wir zu Hause gewinnen, dann sind wir sicher weiter. Wenn wir Unentschieden spielen und die anderen spielen unentschieden, dann sind wir auch weiter“, erklärte Mike Hanke.

Mit solchen Rechenspielen muss sich die Eintracht nicht mehr aufhalten. Aber eben weil es um Nichts mehr geht, hätte Coach Armin Veh seine Schützlinge auch lieber auf dem Trainingsplatz um sich versammelt - zur Fehlerbehebung. Stattdessen wird eine komplett umgekrempelte Elf versuchen, gegen die noch um das Weiterkommen kämpfenden Zyprer zumindest ein wenig Selbstvertrauen zu tanken.

„Natürlich wollen wir das Spiel gewinnen“, sagte Veh am Mittwoch.

„Wir haben keinen Druck, das ist in unserer Situation auch einmal ganz angenehm.“ Für die Reservisten sei es zudem eine gute Bewährungschance. „Wenn ich etwas erkenne, dann kann es gut sein, dass derjenige auch am Sonntag wieder spielt“, sagte der 52-Jährige.

Unter anderem Sebastian Rode, Vaclav Kadlec und Pirmin Schwegler werden gegen Nikosia nur auf der Tribüne sitzen, der zuletzt treffsichere Joselu soll vorerst auf der Bank Platz nehmen. Alle Konzentration gilt den beiden noch verbleibenden Ligaspielen bei Bayer Leverkusen am Sonntag und gegen den FC Augsburg zum Hinrundenabschluss.
Danach will sich die Eintracht neu aufstellen, um nicht nur auf internationaler Bühne, sondern auch auf nationaler Ebene wieder zu glänzen. Dafür dürfen Veh und Sportdirektor Bruno Hübner auch noch einmal auf dem Transfermarkt tätig werden. Der Aufsichtsrat des Clubs genehmigte nun Nachverpflichtungen in der Winterpause. „Wir wären dankbar, wenn es möglich wäre, Spieler zu bekommen, die uns sofort weiterhelfen würden“, sagte Präsident Peter Fischer der „Bild“-Zeitung.

Helfen wird aber nicht, dass rund 50 Anhänger von Eintracht Frankfurt mit einer nächtlichen Prügelattacke vor dem Europa-League-Spiel erneut umrühmlich auf sich aufmerksam gemacht haben. 24 Stunden vor der Partie drangen die Randalierer am Mittwochabend nach Angaben der Polizei in die Lobby eines Frankfurter Hotels ein und lieferten sich eine Schlägerei mit Fans aus Zypern. Es wurden bengalische Feuer abgebrannt; mehrere Scheiben gingen zu Bruch. Polizei und Feuerwehr rückten mit einem Großaufgebot an, 13 Frankfurter wurden festgenommen. Verletzt wurde niemand, der Sachschaden beträgt rund 30 000 Euro.
Auch wenn die Attacke keine sportgerichtliche Relevanz hat, trifft sie die Eintracht doch zur Unzeit. Am Freitag will die Europäische Fußball-Union (UEFA) ihr Urteil wegen der Vorfälle in Bordeaux fällen. Dort hatten Eintracht-Fans Feuerwerkskörper und bengalische Feuer gezündet. Zudem soll es zu handgreiflichen Auseinandersetzungen mit Ordnungskräften gekommen sein. (dpa)

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