Europa League : Hamburg erreicht die nächste Runde

Der Hamburger SV zieht nach einem 2:0-Sieg über Rapid Wien in die K.o.-Runde der Europa League ein. Marcell Jansen und Marcus Berg erzielten die Tore für den HSV.

Frank Heike[Hamburg]
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Jubel der Torschützen Marcus Berg (l.) und Marcell Jansen.Foto: dpa

Der Hamburger SV kann sich auf eine entspannte Reise nach Israel freuen. Wenn der er am 17. Dezember zum letzten Gruppenspiel der Europa League bei Hapoel Tel Aviv antreten muss, wird es nämlich nur noch um die Ehre gehen. Durch den 2:0 (0:0)-Sieg über Rapid Wien am gestrigen Abend hat der Fußball-Bundesligist die im neuen Jahr beginnende K.o-Runde erreicht. Marcell Jansen nach einem Abwehrfehler Rapids in der 47. Minute und der Schwede Marcus Berg mit seiner besten Aktion in der 53. Minute bescherten dem HSV den dritten Sieg in der Gruppenphase. Die Hamburger überwintern somit in der kleineren europäischen Spielrunde und erhalten sich die Hoffnung, das Finale im Mai 2010 im eigenen Stadion zu erreichen.

Der Sinn stand dem HSV nach Revanche – das 0:3 beim Hinspiel in Wien war ja eine peinliche Angelegenheit, die noch dadurch verstärkt wurde, dass der Wiener Trainer Peter Pacult sich danach sehr despektierlich über den HSV geäußert hatte. Nach dem Triumph gegen den HSV war den Wienern aber nicht mehr viel gelungen: es war der einzige Sieg für Rapid in der Gruppenphase der Europa League. Der HSV hatte der Schlappe von Wien Erfolge gegen Tel Aviv und bei Celtic Glasgow folgen lassen. Und trotz aller Verletzungssorgen hatte Trainer Bruno Labbadia einen Sieg gegen den Tabellenführer der österreichischen Bundesliga gefordert, um ein Endspiel bei Hapoel um den Einzug in die Zwischenrunde zu vermeiden.

Eine erste Halbzeit mit gefühlten 80 Prozent Ballbesitz brachte dem HSV wenig mehr als ein Gefühl der Hilflosigkeit. Kaum einmal kam einer der Hamburger vielversprechend zum Abschluss. Auch fehlte es dem HSV an direktem Spiel: jeder Ball wurde langsam nach vorn getragen – es war nicht besonders schwer für Rapid, sich hinten immer wieder gut und sicher aufzustellen und einfach mal abzuwarten, was dem HSV so einfallen würde. Leider kam da nicht fiel. Weil Rapid mit dem Deutschen Steffen Hoffmann nach vorne aber auch gar nichts versuchte, entwickelte sich eine zähe Partie: Hamburger Anrennen, Wiener Verteidigung. Die Rapid-Fans unter den 46 000 Zuschauern in der Hamburger Arena unterstützten ihre Mannschaft unabhängig von der mutlosen Vorstellung großartig – sie waren viel lauter als der HSV-Anhang.

Es konnte eigentlich nur ein Fehler der Wiener sein, der dem HSV ein Tor ermöglichen würde: nach einem Abstoß von Frank Rost trat Wiens Verteidiger Jovanovic neben den Ball und Jansen stand plötzlich ganz frei vor dem Tor. Mit links gelang dem Hamburger Mittelfeldspieler der Treffer zum 1:0. Nur kurze Zeit später sorgte Berg mit einem Traumtor für die Entscheidung. Es war die Belohnung für seinen nimmermüden Einsatz. Rapid musste nun sein Angriffsspiel forcieren, tat das aber wenig überzeugend, so dass der HSV einigermaßen ungefährdet gewann und das Sechzehntelfinale der Europa League erreichte. Für diese dezimierte Hamburger Mannschaft war das ein schöner Erfolg.

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