Europa League : Hamburg muss zittern

Der HSV kommt im Halbfinal-Hinspiel der Europa League nicht über ein enttäuschendes 0:0 gegen den FC Fulham hinaus. Der Traum vom Finale im eigenen Stadion droht damit zu platzen.

Frank Heike
Ruud van Nistelrooy im Duell mit Fulhams Danny Murphy. Foto: dpa
Ruud van Nistelrooy im Duell mit Fulhams Danny Murphy.Foto: dpa

Auf dem Weg zu einem versöhnlichen Saisonende könnte sich der englische Klub FC Fulham als Stolperstein erweisen. Insgeheim plant man beim Hamburger SV schon das Finale im eigenen Stadion am 12. Mai, doch nach dem enttäuschenden 0:0 gegen den Klub aus London im Halbfinal-Hinspiel der Europa League am Donnerstagabend ist der HSV die Favoritenrolle los. In einer Woche im kleinen, stimmungsvollen Stadion „Craven Cottage“ wird dem HSV vor allem in der Offensive mehr einfallen müssen, um die ausgebuffte Mannschaft aus Fulham zu erschrecken. Jede Menge Ballbesitz, aber kaum gefährliche Aktionen genügten dem Team von Trainer Bruno Labbadia nicht, um wenigstens ein Tor zu schießen gegen einen Gegner, der sich 90 Minuten lang kaum mal aus der Reserve locken ließ. Die beste Hamburger Möglichkeit hatte Piotr Trochowski in der 72. Minute – seinen Schuss lenkte Torwart Mark Schwarzer über das Tor.

Was Fulham wollte, konnte man schon an der Aufstellung ablesen: am besten kein Gegentor bekommen und den Job dann in einer Woche zuhause im eigenen Stadion erledigen. Allein Bobby Zamora als einsamen Stürmer und Zoltan Gera als Mann dahinter hatte der erfahrene englische Trainer Roy Hodgson in der Offensive aufgeboten. Dahinter warteten zwei gut gestaffelte Viererreihen auf den HSV. Nur ein einziges Mal versuchte es der Tabellenzehnte der Premier League und kam gleich zu einer guten Chance: Geras Schuss lenkte Boateng ab, der Ball flog knapp am Hamburger Tor vorbei (14. Minute).

Geduldsspiel für den HSV

Für den mit van Nistelrooy, Guerrero, Pitroipa und Trochowski offensiv aufgestellten HSV wurde es von Beginn an das erwartete Geduldspiel mit viel Ballbesitz, aber leider wieder einmal wenig Ideen. Fulham kam nach langer Busreise nicht gerade formstark in Hamburg an: Der Klub hat in der englischen Liga und im Pokal nur eines der letzten neun Spiele gewonnen. Vor allem auswärts schwächeln die Londoner oft, das war in der Europa League mit Ausnahme des 1:0-Sieges im Viertelfinale beim VfL Wolfsburg auch nicht anders. Die 49.000 Zuschauer nahmen dem HSV die Einfallslosigkeit nicht übel und standen anders als bei den letzten Bundesligaheimspielen hinter ihrem Team. Allerdings spielte Labbadias Mannschaft lange Zeit sehr zurückhaltend – bloß keinen Fehler machen, bloß nichts riskieren, schon gar kein Gegentor bekommen.

Es entwickelte sich eine spannungsarme Partie, die der HSV mit viel Geduld und Konzentration zwar jederzeit kontrollierte, aber kaum zu Chancen kam. Nach der Pause änderte sich wenig: Der HSV versuchte sich vor das Tor des Gegners zu spielen, irgendwie gefährlich zu werden, doch Fulham gab kein bisschen nach und änderte sein taugliches Konzept auch nicht. Allerdings kamen nun ein, zwei gefährliche Konter über den Ungarn Gera hinzu, so dass der HSV seine Abwehr nicht allzu sehr entblößen durfte. Gut eine Woche nach seiner Verletzung wechselte Labbadia nach 72 Minuten noch Stürmer Mladen Petric ein. Doch es blieb ein europäisches Geduldspiel auf mäßigem Niveau, dass die Fans kaum erwärmte, aber wenigstens für Spannung beim Rückspiel in einer Woche sorgt.

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