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Europa League : Leverkusen mit Heimniederlage gegen Benfica

Nach einer 0:1-Heimniederlage gegen Benfica Lissabon droht Bayer Leverkusen das Aus in der Europa League. Dabei gab es durchaus Chancen für den Bundesligisten, mit einem besseren Ergebnis vom Platz zu gehen.

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Durchpusten. Benficas Andre Almeida (l.) muss nichts befürchten, auch dieser Abschluss von André Schürrle ist erfolglos.
Durchpusten. Benficas Andre Almeida (l.) muss nichts befürchten, auch dieser Abschluss von André Schürrle ist erfolglos.Foto: dpa

Es war einer dieser Abende, an denen die Mannschaft von Bayer 04 Leverkusen wohl noch ewig hätte weiterspielen können, ohne dass sie ein Tor erzielt hätte. Die Spieler vom Trainer-Duo Sascha Lewandowski und Sami Hyypiä hatten sich allerdings einen denkbar schlechten Tag für diese Formschwäche ausgesucht, am Ende stand ein 0:1 (0:0) gegen Benfica Lissabon. Damit droht der Werkself bereits nach dem Hinspiel in der Runde der letzten 32 Mannschaften in der Europa League das Aus. Das Rückspiel findet in einer Woche in Lissabon statt.

„Das ist ein denkbar ungünstiges Ergebnis“, sagte Kapitän Simon Rolfes, dem die Enttäuschung ins Gesicht geschrieben stand. „Wir haben noch eine Chance das Spiel zu drehen, aber dafür müssen wir in der Offensive und in der Defensive effektiver sein.“ Der anhaltende Schneefall und die eisigen Winde hatten vor allem den Leverkusenern zugesetzt. Ihr zuletzt so variantenreiches Passspiel und ihr Ideenreichtum schienen mit dem Kälteeinbruch im Rheinland eingefroren zu sein.

Es war nicht so, dass die Spieler nicht wollten, aber es fehlte häufig die Abstimmung zwischen den Mannschaftsteilen, was ungewöhnlich viele Fehlpässe zur Folge hatte. Die Portugiesen machten den Leverkusenern zudem das Leben schwer, weil sie energisch im Zweikampf waren und ihre technischen Stärken gekonnt einsetzten. Leverkusen konnte und wollte kein zu großes Risiko eingehen, weil Benfica über überdurchschnittliche Konterspieler verfügt und ihr Spiel auf die überfallartigen Angriffe ausgerichtet hatte.

„Wir durften nicht so offen stehen“ sagt Rolfes. So endeten die Angriffsbemühungen beider Teams meist kurz vor dem Strafraum des jeweiligen Gegners. Einzig Andre Almeida hatte sich einmal nach 25 Minuten mit einem Weitschuss gefährlich dem Bayer-Tor angenähert. Die 25.375 Zuschauer in der Leverkusener Arena bekamen auch in der zweiten Hälfte wenig Erwärmendes zu sehen. Je länger die Partie dauerte, desto zerfahrener war das Spiel, auch wenn die Werkself das Tempo in der zweiten Hälfte erhöhte.

Nachdem Michal Kadlec vor dem Benfica-Tor die Führung kurios verstolperte, sollte der direkte Gegenzug für Ernüchterung sorgen. Benfica-Torjäger Oscar Cardozo erzielte nach 61 Minuten und einer sehenswerten Einzelleistung das 1:0 gegen eine überrumpelte Bayer-Abwehr. „Diese Szene ist im Moment bezeichnend für uns“, sagte Trainer Sascha Lewandowski. „Uns fehlt derzeit die nötige Galligkeit vor dem Tor.“ Den Beweis dafür lieferten die Spieler während der gesamten Partie ab. Nach dem Rückstand rannten die Rheinländer zwar noch mehrfach an, aber es fehlte ihnen am Ende trotz einiger guter Torchancen die Entschlossenheit, den Ball über die Linie zu befördern.

„Wir haben im Moment kein Aktionsglück“, erfand Bayer-Sportdirektor Rudi Völler ein Wort für die vergebenen Chancen. So, als würde eine fremde Macht unbefugt in das Spiel der Bayer-Elf eingreifen. Dabei ergibt sich mittlerweile ein Trend. Nur ein Sieg aus den vergangenen fünf Pflichtspielen zeugen von der aktuellen Unausgewogenheit der Leverkusener. „Wir haben eine Ergebniskrise“, sagte Rolfes. Trainer Sascha Lewandowski wirkte etwas energischer. „Wir müssen zusehen, dass wir die entscheidenden Dinge schnell verändern.“

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