Europa League : Leverkusen wirft den Titelverteidiger raus

Im Schneetreiben von Leverkusen reicht Bayers B-Elf ein 1:1 gegen Titelverteidiger Atletico Madrid, um den Gegner aus dem Wettbewerb zu befördern. Stefan Kießling gibt nach langer Verletzungspause sein Comeback.

Viel Schnee, nicht ganz so viel Fußball bekamen die Zuschauer am Donnerstag zwischen Bayer Leverkusen und Atletico Madrid zu sehen. Im Bild setzt sich Hanno Balitsch (r.) im Kopfballduell gegen seinen spanischen Kontrahenten Raul Garcia durch.
Viel Schnee, nicht ganz so viel Fußball bekamen die Zuschauer am Donnerstag zwischen Bayer Leverkusen und Atletico Madrid zu...Foto: dpa

Bayer Leverkusen hat im dichten Schneetreiben den Durchblick behalten, für Titelverteidiger Atlético Madrid war nach der Vorrunde Endstation. Durch das 1:1 (0:0) am Donnerstagabend überstand der Werksclub die Gruppenphase der Europa League ohne Niederlage und blieb zudem im elften Pflichtspiel in Folge ungeschlagen. Bei schwierigen Bedingungen brachte Patrick Helmes den Tabellenzweiten der Bundesliga in Führung (69.), Fran Mérida (72.) schaffte nur noch den Ausgleich für die enttäuschenden Spanier. An diesem Freitag wird im schweizerischen Nyon die nächste Runde ausgelost.

Bayer-Coach Jupp Heyneckes schonte mehrere Stammspieler für das Duell am Sonntag gegen Freiburg und rotierte gleich gleich neun neue Spieler in die Anfangsformation. Nur Gonzalo Castro und Renato Augusto standen am Samstag beim 4:2 in Hamburg in der Startelf. Für den verletzten Stammkeeper René Adler bekam der 20 Jahre junge Fabian Giefer eine Bewährungschance. Zurück im Kader war nach dreimonatiger Verletzungspause Torjäger Stefan Kießling. Auch Michael Ballack nimmt wieder am Mannschaftstraining teil. Der 34-Jährige hatte Stunden vor dem Anpfiff mit einem Interview für Wirbel gesorgt, in dem er in der Kapitäns-Frage eine Kritik an Bundestrainer Joachim Löw und Philipp Lahm erneuerte.

Ballack erlebte das letzte Gruppenspiel frierend auf der Tribüne, auf dem glitschnassen Rasen entwickelte sich trotz der schwierigen Verhältnisse ein ordentliches Spiel. Bayer, sichtlich bemüht um das gewohnte Direktspiel, bekam von den Madrilenen zunächst überraschend viel Raum angeboten, der letzte Pass in die Spitze war aber zu oft zu ungenau. Auch der Sechste der Primera Division, in der Heimat 17 Punkte hinter Spitzenreiter Barcelona, kombinierte gefällig und zeigte vor allem mehr Zug zum gegnerischen Tor. Nach 20 Minuten hatte sich Atlético ein leichtes Übergewicht erspielt. Diego Forlan, bester Akteur der WM in Südafrika, vergab gleich dreimal in aussichtsreichen Situationen die Führung für die Gäste. In der zehnten Minute rutschte er nach einer scharfen Hereingabe von Raul Garcia nur um Zentimeter am 1:0 vorbei. 22 Minuten später scheiterte der Stürmerstar aus Uruguay aus drei Metern an Giefer, und in der 38. Minute rauschte sein Linksschuss von der Strafraumgrenze aus um Haaresbreite am Bayer-Kasten vorbei.

Zu Beginn der zweiten Hälfte durfte Kießling - für Renato Augusto gekommen - sein umjubeltes Comeback feiern. Spielkultur wurde allerdings mit jeder Minute schwieriger, der rote Ball bei Flachpässen immer öfter vom weißen Untergrund gebremst. So war auch Leverkusens beste Gelegenheit bis dahin eher ein Zufallsprodukt. Nach einem missglückten Abwehrversuch setzte Helmes einen Volleyschuss knapp neben das Tor. In der 69. Minute macht er es besser und verwertete Kießlings Kopfball-Vorlage zum 1:0. Bayer war nach der Pause die klar bessere Mannschaft und kassierte völlig unnötig den Ausgleich. Mérida, gerade zehn Sekunden auf dem Platz, verhinderte wenigstens die Niederlage. (dpa)

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