Europa League : Schalke siegt 6:1 gegen Helsinki

Klaas-Jan Huntelaar verhinderte mit vier Toren das frühe Scheitern fast im Alleingang und sicherte Schalke den Einzug in die Gruppenphase.

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Schalkes Vierfachtorschütze Klaas-Jan Huntelaar
Schalkes Vierfachtorschütze Klaas-Jan HuntelaarFoto: dapd

Im April noch für das Halbfinale der Champions League qualifiziert, wähnte sich der FC Schalke noch unter den besten vier Mannschaften des Kontinents. Vier Monate später lief der Revierklub Gefahr, sogar die Qualifikation für die eine Klasse tiefer angesiedelte Europa League zu verpassen. Doch Klaas-Jan Huntelaar verhinderte das frühe Scheitern der Königsblauen fast im Alleingang. Beim 6:1 über HJK Helsinki gelangen dem niederländischen Stürmerstar vier Tore (15./25./49./62. Minute), zwei davon vom Elfmeterpunkt. Die weiteren Treffer steuerten Kyriakos Papadopoulos (56.) und Julian Draxler (82.) bei. Teemu Pukki hatte Schalke mit dem Ausgleich vorübergehend wieder einen Schrecken eingejagt (21.). Sein Treffer reichte aber nicht, das 2:0 der Finnen aus dem Hinspiel zu veredeln.

   Bei Schalke waren Jefferson Farfan und Raul wieder dabei, die bei der Blamage in Helsinki beide gefehlt hatten. Farfan, der von Juventus Turin umworben wird, war nach einer Verletzung noch nicht wieder fit gewesen; auf Raul hatte Trainer Rangnick freiwillig verzichtet, angeblich um ihm den Auftritt auf Kunstrasen und die damit verbundenen Risiken für Knie und Gelenke zu ersparen. Drei Tage später trugen beide maßgeblich dazu bei, dass Schalke beim Bundesligaspiel in Mainz trotz eines 0:2-Rückstandes noch 4.2 gewann. Aufzuholen hatten die Schalker also schon einmal geübt. Und ihre Rückkehr machte sich auch gegen Helsinki. Farfan verlieh dem Spiel Flügel und Tempo, Raul glänzte zweimal als Vorbereiter. Im Duell mit Rechtsverteidiger Rafinha holte der Spanier nach einer Viertelstunde einen Elfmeter heraus, den Huntelaar zum Führungstreffer nutzte.

   Doch mit haarsträubendem Abwehrverhalten erhöhten die Schalker selbst zunächst den Schwierigkeitsgrad ihrer ohnehin nicht leichten Aufgabe, als hätten sie die Worte ihres Managers geflissentlich überhört. „Die Spieler müssen ihr Hirn einschalten“, hatte Horst Heldt gefordert. So beherzt die Schalker nach vorn spielten, so kopflos wirkten sie in der Defensive bei den Gegenstößen der Finnen, denen sich zuweilen viel Platz bot. So ließ der Ausgleich nicht lange auf sich warten. Wieder war HJK-Stürmer Pukki der Torschütze, der Schalke schon mit seinen beiden Toren in Helsinki bloßgestellt hatte. In der ersten Hälfte des Rückspiels hatte allein der blonde Schalke-Schreck drei gute Möglichkeiten, vermochte aber nur eine davon zu nutzen.

   Während die hinteren Reihen den 52.000 Anhängern der Heimelf (die Finnen waren ohn Fans angereist) Anlass zur Sorge gaben, war auf die beiden Stürmer Verlass. Raul brachte Huntelaar in Position, und der Niederländer schoss Schalke abermals in Führung. Nach einem flotten, aber auf beiden Seiten auch von vielen (Abwehr-)Schwächen geprägten ersten Durchgang fehlten den Westfalen noch zwei Tore zum Weiterkommen. Kurz nach der Pause war es nur noch ein Treffer. Nachdem Farfan beim Zweikampf mit Kansikas zu Boden gegangen war zu Boden gegangen war, zeigte Huntelaar sich am Elfmeterpunkt abermals nervenstark und erzielte seinen dritten Treffer. Schalke stürmte nun wie entfesselt und baute den Vorsprung alsbald weiter aus. Papadopoulos zeigte bei seinem Kopfstoß zum 4:1, wie viel Wucht und wie viel Wille in den Angriffen der Westfalen steckte.

   Nach knapp einer Stunde war der Widerstand der wackeren, anfangs frechen Finnen endgültig gebrochen, Huntelaars Gier nach Toren aber noch nicht befriedigt. Der „Hunter“, wie sie ihn nennen, schlug nochmals zu und hätte sogar sein fünftes Tor erzielen können. Statt dessen machte Draxler das halbe Dutzend voll. Die zeitweise durcheinander geratene Fußballwelt des FC Schalke war wieder in Ordnung. Und die Fans sangen sogar ihr altes Lied, mit dem sie 1997 den Gewinn des Uefa-Pokals gefeiert hatten.

 

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