Europaliga : Alba Berlin verliert und gewinnt trotzdem

Albas Basketballer unterliegen zwar Olimpija Ljubljana 59:67, ziehen aber erstmals seit neun Jahren in die Zwischenrunde der Europaliga ein.

Lars Spannagel
Alba
Alba hat's geschafft - mit Schützenhilfe. -Foto: ddp

Alba Berlins Spieler hatten sich im Mittelkreis versammelt, mit hängenden Köpfen. Gerade hatten sie das entscheidende Europaligaspiel gegen Olimpija Ljubljana 59:67 (30:31) verloren. Die ersten der 14 800 Zuschauer verließen enttäuscht die ausverkaufte Arena. Mit einem Sieg hätten die Berliner die Runde der besten 16 Mannschaften Europas aus eigener Kraft erreichen können, durch die Niederlage schien alles verloren. Dem Hallensprecher war es dann vergönnt, Spielern und Fans die gute Nachricht zu verkünden: Mit einem Countdown zählte er die letzten Sekunden des zeitgleich laufenden Spiels zwischen Tau Vitoria und Joventut Badalona im Baskenland herunter: Badalona musste sich in Vitoria 83:91 geschlagen geben, durch die Niederlage des direkten Konkurrenten kam Alba doch noch weiter. Richtig freuen konnten sich die Alba-Spieler über den größten Erfolg ihres Klubs in Europa seit neun Jahren nicht – so kurz nach dieser Niederlage.

Gut gestartet und nervös geworden
 
Alba war gut ins Spiel gestartet, nach knapp fünf Minuten zeigte aber auch Ljubljanas Frank Robinson, dass die bereits ausgeschiedenen Slowenen nicht gewillt waren, die Statisten zu geben. Der US-Amerikaner foulte Steffen Hamann grob beim Dunking-Versuch, Albas Spielmacher ging hart zu Boden. Aber Hamann stand sofort wieder auf und verwandelte seine beiden Freiwürfe sicher, Alba setzte sich mit einer 10:0-Serie zum Zwischenstand von 12:3 ab.

Im Hinspiel, dem einzigen Sieg für Ljubljana, hatte Alba große Probleme mit den Distanzschützen der Slowenen gezeigt. Gestern waren es in der ersten Halbzeit die Center, die den Berlinern das Leben schwer machten. Vladimir Golubovic (2,12 Meter) und Mirza Begic (2,20 Meter) setzten sich immer wieder im Angriff durch, das Fehlen von Patrick Femerling machte sich bei Alba erneut bemerkbar. Trotzdem entwickelte sich ein enges Spiel, in dem Alba bis zur Pause stets knapp führte. Mit der Schlusssirene der ersten Hälfte – Hamann hatte zuvor den Ball verloren – konnte Ljubljana per Dreier sogar 31:30 in Führung gehen.

Banger Blick zur Konkurrenz

In der Halbzeitpause war ein banger Blick in Richtung Vitoria nicht unangebracht. Der Spanische Meister Tau hatte immerhin das Hinspiel gegen Albas Konkurrenten Badalona mit 100:105 verloren und sich den Gruppensieg bereits am vergangenen Spieltag mit einem Erfolg in Rom gesichert – für den Spanischen Meister ging es also um nichts mehr. Trotzdem war nicht davon auszugehen, dass Tau dem Ligakonkurrenten einen leichten Sieg bescheren würde: Vitorias Trainer Dusko Ivanovic und Albas Coach Luka Pavicevic verbindet eine gemeinsame Vergangenheit als Spieler, zusammen gewannen sie mit Jugoplastika Spilt einst die Europaliga. Doch auch diese Verbindung schien Alba nicht zu helfen: Badalona führte zur Pause 51:42.

Engagiert startete Alba ins dritte Viertel. Ansu Sesay blockte gleich zweimal Würfe der Slowenen, danach dunkte Adam Chubb einen auf dem Ring tanzenden Ball mit Macht in den Korb. Aber Ljubljana ließ sich nicht abschütteln und ging durch den in der zweiten Halbzeit überragenden Miha Zupan und den starken Golubovic vor dem letzten Viertel sogar wieder 47:45 in Führung.

Jetzt schienen die Berliner den Druck zu spüren, den das verlockende Ziel der Europaliga-Zwischenrunde und die Erwartungen der Zuschauer auf sie ausübten: Immer fahriger wurden Albas Angriffe. Ljubljana sah die Chance, sich mit einem Auswärtssieg zu verabschieden. Fünf Minuten vor dem Ende lag Alba beim Stand von 48:56 mit acht Punkten zurück. Das Publikum versuchte, die Berliner Spieler noch einmal heranzubrüllen, aber es wollte so gut wie nichts mehr gelingen. Gleich reihenweise vergab Alba Freiwürfe, der Vorsprung der Slowenen wollte nicht schmelzen. Albas Fans schlugen sich vor Verzweiflung die Hände und Klatschpappen vors Gesicht, sogar Pfiffe hallten durch die Arena. Ehe alle die gute Nachricht aus dem Baskenland erlöste.

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