Europaliga : Alba zurück in der Realität

Alba Berlin verliert in der Europaliga 73:82 bei Fenerbahce Istanbul. Davon geht die Welt nicht unter, sagt Albas Sportdirektor Henning Harnisch.

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Schmerz lass nach. Albas Aleksandar Nadjfeji in Istanbul.Foto: AFP

Nach dem Traumstart mit dem Heimsieg gegen Lottomatica Rom ist Alba Berlin in der Realität der Europaliga angekommen. Und die lautet: Auswärts gewinnt man in der höchsten europäischen Spielklasse nur, wenn man ein perfektes Spiel hinlegt. Am Donnerstagabend reichte es für den deutschen Basketballmeister in seinem zweiten Gruppenspiel bei Fenerbahce Istanbul nur zu einer knappen 73:82 (37:41)-Niederlage. „Heute haben Kleinigkeiten den Unterschied ausgemacht“, stellte Albas Sportdirektor Henning Harnisch hinterher fest. Gegen den Türkischen Meister hielt Alba lange gut mit und musste sich erst kurz vor Schluss geschlagen geben. „Istanbul hatte immer die richtige Antwort“, sagte Harnisch. „Aber so ist das nun mal auf diesem Level.“

Vor 3000 Zuschauern im nicht ausverkauften Sportpalast Abdi Ipekci startete Alba konzentriert und vor allem stark in der Defensive. In den ersten Minuten punktete für Fenerbahce allein Routinier Mirsad Türksan. Allerdings verschaffte er sich in dieser Phase so viel Selbstvertrauen, dass er über das ganze Spiel nicht mehr zu stoppen war, am Ende hatte er 25 Punkte erzielt und neun Rebounds geholt.

Nachdem Alba das erste Viertel 15:23 verloren hatte, drehten die Berliner im zweiten Abschnitt auf. Vor allem Julius Jenkins war von den Türken nicht zu stoppen. In seinem ersten echten Europaligaspiel – gegen Lottomatica war er aufgrund eines allergischen Schubes nur zwölf Minuten zum Einsatz gekommen – war Jenkins ganz klar der beste Berliner. Bis zur Halbzeit hatte der US-Amerikaner bereits 19 Punkte erzielt, 26 waren es am Ende. Allerdings war Jenkins in der Offensive zu oft auf sich allein gestellt, Alba konnte sich nie einen Vorsprung herausspielen.

„Es war das ganze Spiel über sehr eng, man kann niemandem einen Vorwurf machen“, sagte Harnisch. „Aber eine Freiwurfquote von 50 Prozent hilft natürlich auch nicht gerade.“ Gerade im vierten Viertel, in das Alba mit einem knappen 59:61-Rückstand ging, versagten den Berlinern zu oft die Nerven. Ansu Sesay, Casey Jacobsen und Julius Jenkins vergaben hintereinander jeweils einen von zwei Freiwürfen, in dieser Phase konnten sich die Türken spielentscheidend auf 76:65 absetzen. Insgesamt vergab Alba 13 Punkte von der Linie. Auf der Gegenseite traf Istanbul immer wieder aus der Distanz, insbesondere Damir Kaan war mit fünf erfolgreichen Dreipunktewürfen kaum zu stoppen.

„Von dieser Niederlage geht die Welt nicht unter“, sagte Harnisch. „Auch wenn heute mehr drin gewesen wäre.“ (Tsp)

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