Europaliga-Qualifikation : Alba schlägt Le Mans 77:62 und kommt weiter

Nach dem 77:62 im Erstrunden-Rückspiel der Europaliga-Qualifikation gegen Le Mans steht Alba Berlin in der zweiten Runde. Dort ist BC Maroussi aus Griechenland der Gegner. Setzt Alba sich erneut durch, ist die Hauptrunde erreicht.

Helen Ruwald

Berlin - 13 Minuten vor Schluss war die 20-Punkte-Marke erreicht. Alba Berlin führte 52:32 gegen Le Mans Sarthe, das Spiel war entschieden, Alba stand in der nächsten Runde. Das erste Heimspiel der Saison hatte Play-off-Charakter, doch Spannung und Dramatik fehlten. Die Berliner unter den 11.310 Fans bejubelten am Freitagabend beim 77:62  (37:23) geglückte Dreipunktewürfe und schöne Spielzüge der klar überlegenen Berliner, die das Erstrunden-Hinspiel der Europaliga-Qualifikation in Frankreich 60:61 verloren hatten. In der zweiten Runde trifft Alba Berlin nun auf  BC Maroussi. Das Team gewann das Rückspiel des griechischen Duells 89:60 gegen Aris Saloniki. Alba tritt am Dienstag in Athen an, das Rückspiel findet am Sonntag, 11. Oktober, um 17 Uhr in der Arena am Ostbahnhof statt. Setzen  sich die Berliner erneut durch, treten sie wie in der Vorsaison in der Europaliga an, sonst im Eurocup. Fest steht nun auch, dass Albas Bundesligastart sich um eine Woche verschiebt und erst am 16. Oktober in Gießen beginnt.

Alba Berlins Geschäftsführer Marco Baldi hatte nach dem Hinspiel vor der unorthodoxen Spielweise von Le Mans gewarnt. „Die sind individuell stark, nicht so sehr als Team. Das macht sie unberechenbar. Es kann passieren, dass sich einer durchdribbelt, aus acht Metern abdrückt und trifft“, sagte Baldi. Die Berliner müssten in solchen Situationen ruhig bleiben, dann werde sich auszahlen, „dass wir mannschaftlich geschlossener sind. Wenn wir dem Spiel den Stempel aufdrücken, bin ich optimistisch, dass wir die nächste Runde erreichen.“

 Baldi sollte Recht behalten – auch wenn es in der Anfangsphase nicht so aussah. Dem 0:15-Auftakt in Le Mans folgte in Berlin ein 2:13-Start. Doch die Mannschaft von Trainer Luka Pavicevic ließ sich davon genauso wenig einschüchtern wie drei Tage zuvor in Frankreich. Ein erfolgreicher Dreipunktewurf von Dragan Dojcin kündigte Albas Aufholjagd an. Unmittelbar danach vergab Center Adam Chubb direkt unter dem Korb kläglich die Chance zu punkten, und beim Wurf von Julius Jenkins prallte der Ball vom Ring zurück. Damit aber war die kurze Phase des Scheiterns vorbei. Mit Dreiern von Steffen Hamann und Julius Jenkins  verkürzte Alba auf 11:13, drei Berliner Distanzwürfe in Folge hatten dem Spiel die Wende gegeben. Nach einer 15.0-Serie beendet Alba mit einer 17:13-Führung das erste Viertel.

 Albas Überlegenheit hielt im zweiten Spielabschnitt an, den die Gastgeber 20:10 gewannen. Sie überzeugten im ersten Heimspiel, in dem schon so viel auf dem Spiel stand, mit gutem Zusammenspiel und demonstrierten, welchen Vorteil es hat, mit dem eingespielten Team der vergangenen Saison antreten zu können. Nur Kenan Bajramovic gehörte damals noch nicht zum Kader – und war neben Rashad Wright der einzige Berliner, der vor der Pause nicht punktete. Ganz anders Adam Chubb: Der Berliner Topscorer vom Dienstag brachte die Fans in der Arena am Ostbahnhof zum Toben, als er nach Pass von Jenkins den Ball in den Korb beförderte, kurz am Ring hängen blieb und dann jubelnd abdrehte. Chubb war gemeinsam mit Jenkins mit 12 Punkten bester Berliner Werfer.

Alba baute den Vorsprung im dritten Viertel auf 57:34 auf, das Spiel schien längst entschieden. Doch dann wurden die Berliner etwas nachlässig, ließen eine 5:15-Serie zu - plötzlich stand es rund vier Minuten vor dem Ende 62:49. Immer noch ein deutlicher Vorsprung, aber kein uneinholbarer mehr. Und Le Mans sah seine Chance, kämpfte sich zwei Minuten vor dem Ende auf elf Punkte heran. Würde Alba den riesigen Vorsprung verspielen und doch noch ausscheiden? Der lange nicht allzu effektive Marc Salyers, im Hinspiel mit 28 Punkten Topscorer, machte fünf schnelle Punkte (insgesamt 15) - doch mehr war nicht drin. Die Berliner behielten die Nerven und trafen im Gegensatz zum Hinspiel in der Schlussphase einen Freiwurf nach dem anderen. Alba war an diesem Abend nicht zu schlagen. "Das ist erst die Hälfte des guten Jobs, den wir tun müssen. Jetzt erwartet uns mit Maroussi eine noch größere Herausforderung", sagte Trainer Luka Pavicevic. "Wir müssen diese Runde vergessen und uns auf die nächste konzentrieren."

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