Europaliga : Wer auf dem Spiel steht

Sollte sich Alba gegen Maroussi für die Europaliga qualifizieren, könnte Tal Burstein verpflichtet werden.

Benedikt Voigt
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Blickrichtung Europa. Rashad Wright will den nächsten Schritt schaffen. -Foto: Thiemo Napierski

BerlinWenn die Basketballer von Alba Berlin heute in Piräus antreten, wird der Name des Austragungsortes wohl kaum Programm sein. Sportpalast „Frieden und Freundschaft“ nennt sich die Halle, in der es am Abend (20 Uhr) mit Sicherheit nicht besonders friedvoll und wahrscheinlich auch nicht besonders freundschaftlich zugehen wird. Für Alba Berlin und Maroussi Athen steht im Qualifikations-Hinspiel zur lukrativen Europaliga einfach zu viel auf dem Spiel. Die Freundschaft zum ehemaligen Berliner in den Reihen der Athener, Stephen Arigbabu, wird Alba wohl ruhen lassen, zumal der Klub auch von seiner Seite mit physischer Spielweise rechnet. „Seine Rolle bei Maroussi ist die eines Stabilisators“, sagt Albas Geschäftsführer Marco Baldi, „wenn einer unserer Center heiß läuft, wird er wohl ein bisschen Stephen Arigbabu genießen dürfen.“

Ein richtiger Genuss wird die zweite Runde für Alba Berlin nur dann gewesen sein, wenn der Klub sich nach dem Rückspiel in Berlin am Sonntag (17 Uhr) für die Europaliga qualifiziert haben sollte. Dann, das haben die Berliner angekündigt, werden sie ihr Team noch einmal verstärken. Womöglich mit dem Israeli Tal Burstein. Der erfahrene Europaliga-Spieler von Maccabi Tel Aviv hat bereits Interesse bekundet, doch Alba Berlin hält sich bedeckt. „Dass man sich erkundigt, ist normal“, sagt Marco Baldi, „aber es gibt mehrere Kandidaten.“ Deren Verpflichtung überhaupt erst infrage kommt, wenn Alba den Vertrag mit dem nach der Vorbereitung für nicht gut genug befundenen US-Amerikaner Lee Cummard aufgelöst hat. Und Maroussi Athen bezwungen hat.

Weil die 1350 Plätze fassende Heimstätte Maroussis für die Europaliga nicht zugelassen ist, müssen die Athener in der Qualifikation in die Hallen der Stadtrivalen Olympiakos Piräus und Panathinaikos ausweichen. In der 14 700 Plätze fassenden Frieden-und-Freundschafts-Halle wird es daher ziemlich ruhig werden. Ein Vorteil für Alba? „Das glaube ich nicht“, sagt Marco Baldi, „in der ersten Runde sind auch nur 1600 Zuschauer in die riesige OAKA-Halle gekommen, und das hat Maroussi nicht daran gehindert, Aris Saloniki mit 30 Punkten Vorsprung aus der Halle zu fegen.“ Maroussi hatte im Rückspiel der ersten Qualifikationsrunde zur Europaliga Aris Saloniki mit 89:60 gedemütigt.

Albas Gegner dürfte einen ähnlich hohen Gesamtetat haben wie die Berliner. „Aber in Athen fließen 95 Prozent in den Spieleretat“, sagt Baldi. Nicht einmal Pressekonferenzen nach den Spielen würden sich die Athener normalerweise leisten. Auch würde das Geld nicht durch den Verein erwirtschaftet, sondern vom Vereinspräsidenten zur Verfügung gestellt.

Spielerisch unterscheidet sich das Team von Trainer Georgios Bartzokas deutlich von jener Mannschaft, die Alba in den Eurocup verwiesen hat. „Le Mans hatte vielleicht drei oder vier Systeme, und das war’s“, sagt Baldi, „Maroussi aber hat 20 Systeme.“ Auch genüge es nicht, sich auf einige Akteure wie die griechischen Nationalspieler Michalis Pelekanos oder Kostas Kaimakoglou zu konzentrieren. „Das ist eine sehr kompakte und ausgeglichene Mannschaft“, erklärt Baldi. Sein Team müsse daher am oberen Limit spielen. Und Frieden und Freundschaft zumindest für 40 Spielminuten mal vergessen.

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