Europameisterschaft 2008 : Deutschland für EM qualifiziert

Die deutsche Nationalmannschaft hat es geschafft: Die Teilnahme an der Europameisterschaft 2008 in Österreich und der Schweiz ist sicher. Das Team von Jogi Löw zeigte Kampfgeist. Torhüter Lehmann hielt tadellos - Schweinsteiger verletzte sich.

Jens Mende,Klaus Bergmann[dpa]
Kevin Kuranyi
Kevin Kuranyi im Kampf um den Ball mit den Iren Richard Dunne (l) und Andrew Reid (r). - Foto: AFPFoto: AFP

Dublin Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft hat ihr erstes Etappenziel erreicht und kann jetzt das Unternehmen Titelgewinn 2008 planen. Mit einem schwer erkämpften, aber verdienten 0:0 in Irland löste das Team von Bundestrainer Joachim Löw am Abend als erste Mannschaft neben den Gastgebern Schweiz und Österreich das Ticket für die Endrunde der Europameisterschaft im kommenden Sommer.

Zwar geriet der WM-Dritte vor 67.495 Zuschauern im Croke Park von Dublin in der zweiten Halbzeit ein paar Mal in Bedrängnis, blieb aber dank einer disziplinierten Leistung auch im neunten Qualifikationsspiel ungeschlagen und sicherte sich vorzeitig seine zehnte EM-Teilnahme. Im 15. Spiel unter Löw verließ die deutsche Mannschaft erst zum dritten Mal nicht als Sieger den Platz, kann das Versäumte aber schon am Mittwoch gegen Tschechien nachholen und damit Platz eins in der Gruppe D perfekt machen. Fehlen wird in München allerdings Torhüter Jens Lehmann, der seine zweite Gelbe Karte in der Qualifikation sah.

Schweinsteiger verletzte sich

Wie bei den jüngsten Auswärtserfolgen in England und Wales überzeugte die deutsche Mannschaft auch im 16. Vergleich mit den Iren durch Disziplin und Ordnung, doch spielerisch blieben manche Wünsche offen. Dabei musste die Löw-Elf eine schwere Verletzung von Bastian Schweinsteiger nach nur zwölf Minuten wegstecken. Der Münchner prallte bei einem Kopfballduell mit Kevin Kilbane zusammen und zog sich eine drei Zentimeter tiefe und stark blutende Platzwunde zu. Während der Ire nach drei Minuten Behandlung auf den Rasen zurückkehrte, musste Schweinsteigers Blessur in der Kabine mit sieben Stichen genäht werden. Dennoch scheint einem Einsatz des Mittelfeldspielers am Mittwoch gegen Tschechien nichts im Wege zu stehen.

Ersatzmann Simon Rolfes fügte sich aber nahtlos ein und zeigte ebenso wie Rückkehrer Torsten Frings eine ordentliche Vorstellung. Der erstmals in dieser Saison in der Startelf stehende Bremer war im Spiel jederzeit präsent, auch wenn ihm die Präzision im Spiel nach vorne nach fehlte. Der kopfballstarke Mario Gomez, der im Sturm von Löw den Vorzug vor Lukas Podolski erhalten hatte, suchte immer wieder den Weg in die Spitze, während sein Angriffspartner Kevin Kuranyi weite Wege ging und damit Lücken riss. Die Innenverteidigung mit den starken Christoph Metzelder und Per Mertesacker war gegen die häufig ungestüm angreifenden Iren meist auf der Höhe des Geschehens.

Lehmann zeigte Glanzleistung

Auch ohne Spielpraxis bei seinem Club Arsenal London zeigte Torhüter Jens Lehmann eine tadellose Leistung. Seine stärkste Szene hatte der Keeper in der 30. Minute, als er gegen Robbie Keane geschickt den Winkel verkürzte und einen Rückstand verhinderte. Unnötig jedoch die Gelbe Karte wegen Spielverzögerung an der Seitenlinie. Damit muss Löw für das Tschechien-Spiel einen zweiten Torhüter - vermutlich Robert Enke - nachnominieren. Der 16. Vergleich gegen Irland wurde für die deutsche Mannschaft zum erwarteten Härtetest. Die um ihre letzte theoretische EM-Chance kämpfenden Iren starteten aggressiv, waren aber nur selten in der Lage, ein druckvolles Angriffsspiel aufzuziehen.

Mit einem harten Einsatz gegen Fritz gab Keane schon in der Anfangsphase die Richtung für ein körperbetontes Spiel vor. In der 17. Minute setzte Marcell Jansen zu seinem ersten Vorstoß über die linke Seite an, doch Gomez konnte die Hereingabe des Münchner Abwehrspielers nicht verwerten. In der Schlussphase der ersten Halbzeit bekam die deutsche Mannschaft dank ihrer Kombinationssicherheit das Heft im Mittelfeld allmählich in die Hand.

Keane zeigte Nerven

Acht Minuten vor der Pause scheiterte Metzelder nach Ecke von Piotr Trochowski per Kopfball an Steve Finnan auf der Torlinie. Mehr gelungene deutsche Offensivaktionen gab es in der ersten Halbzeit nicht, weil sich die Angreifer im entscheidenden Moment gegen die bissigen Gastgeber nicht durchsetzen konnten. Nach Wiederbeginn suchten die Iren noch einmal energisch ihre Chance, weil die deutsche Mannschaft mit weniger Kraftaufwand über die Runden zu kommen glaubte. Glück für die vergeblich auf Abseits spekulierenden Gäste, dass der völlig freistehende Keane im Abschluss Nerven zeigte und Lehmann den harmlosen Heber des irischen Kapitäns herunterpflücken konnte.

Die deutschen Offensivbemühungen endeten in der zweiten Halbzeit meist schon vor dem Strafraum - und wenn sich doch eine Chance ergab, wurde sie vergeben wie beim Schuss des eingewechselten Podolski (74.).  

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