Europameisterschaft : Basketballer zittern sich ins Viertelfinale

Die deutschen Basketballer haben bei der EM in Madrid Italien mit 67:58 geschlagen und stehen damit doch noch im Viertelfinale des Wettbewerbs. Dort wartet mit Gastgeber Spanien ein harter Brocken auf die "Bauermänner".

Nowitzki
Führender Korbwerfer der EM: Dirk Nowitzki. -Foto: AFP

MadridMit einem 67:58 (27:27)-Zittersieg über Italien haben sich Deutschlands Basketballer als Vierte der Zwischenrundengruppe F für das Viertelfinale der EM in Madrid qualifiziert. Dort trifft das Team um den NBA-Superstar Dirk Nowitzki am Donnerstag (21:30 Uhr/DSF) auf Weltmeister und EM-Gastgeber Spanien. Mit dem Erfolg vor 7000 Zuschauern in der Madrid Arena wahrte die Mannschaft von Bundestrainer Dirk Bauermann ihre Chance auf ein Olympia-Ticket für Peking 2008 und brach zugleich einen Bann: Im 17. Duell mit Italien war es der erste deutsche Sieg bei einem Großturnier. Beste deutscher Werfer waren Johannes Herber und Dirk Nowitzki, der erst spät auf Touren kam, mit jeweils 15 Punkten.

In dem "Endspiel" auch um die Zukunft des deutschen Basketballs lastete auf beiden Mannschaften ein enorm großer Druck. Entsprechend nervös und hektisch agierten die Kontrahenten, denen viele Flüchtigkeitsfehler unterliefen. Auf beiden Seiten betrug die Wurfquote bis zur Pause nur 31 Prozent. Auch Deutschlands Superstar Nowitzki, mit 26,2 Punkten führender Korbwerfer der EM, blieb davon nicht verschont und traf bis zur Pause mit nur drei von elf Wurfversuchen aus dem Feld. Bis zur 34. Minute hatte der NBA-Star ganze sieben Punkte erzielt.

Konzentriert in der Defensive

Zwei Tage nach der niederschmetternden 47:77-Pleite gegen Slowenien präsentierte sich die Auswahl des Deutschen Basketball Bundes (DBB) aber wesentlich gefestigter und spielte vor allem in der Defensive konzentrierter. Lediglich gegen den Distanzwerfer Marco Belinelli fand die deutsche Abwehr kein probates Mittel. Der Flügelspieler vom NBA-Klub Golden State Warriors erzielte bis zur 17. Minute zwölf Punkte, ehe er wegen einer Verletzung im Sprunggelenk vom Feld musste. Zum Glück für das deutsche Team, das nach dem höchsten Rückstand - dem 12:18 nach dem ersten Viertel - kontinuierlich aufholte und zum 27:27-Pausenstand ausgleichen konnte. Doch Belinelli kam wieder und bereitete der deutschen Mannschaft erneut Probleme. Am Ende hatte er 25 Punkte auf seinem Konto.

Im deutschen Team beeindruckte neben dem künftigen Spanien-Legionär Jan Hendrick Jagla (Joventut Badalona) vor allem der mit 24 Jahren jüngste deutsche Spieler, Johannes Herber. Der Berliner Alba-Spieler bewies seine Coolness mit zwölf Punkten bis zum Ende des dritten Viertels, in dem die "Bauermänner" mit 46:37 ihre höchste Führung herauswarfen. Eine forsche Vorstellung zeigte auch der Bamberger Spielmacher Steffen Hamann, der immer wieder mutig zum italienischen Korb zog.

Erst im Schlussviertel fand Nowitzki allmählich zu seiner gewohnten Wurfsicherheit. Mit zwei Dreiern nacheinander brachte er das Team vier Minuten vor Schluss beim Stande von 54:47 wieder deutlicher in Front. Dennoch musste bis zur Schlusssirene um den knappen Erfolg gezittert werden, denn der bis dahin gut kontrollierte Andrea Bargnani machte die Partie noch einmal spannend. (mit dpa)

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