• Europapokal-Comeback des 1. FC Köln: Party und Blocksturm: 8000 FC-Fans sehen 1:3-Niederlage bei Arsenal
Update

Europapokal-Comeback des 1. FC Köln : Party und Blocksturm: 8000 FC-Fans sehen 1:3-Niederlage bei Arsenal

Nach einstündiger Verspätung dürfen die Kölner kurz von einer Sensation träumen. Am Ende setzt es aber die vierte Niederlage in Serie.

Alexis Sanchez setzt den Ball ins rechte obere Toreck. Foto: dpa
Alexis Sanchez setzt den Ball ins rechte obere Toreck.Foto: dpa

Die große Überraschung war greifbar, doch am Ende stand der 1. FC Köln bei seinem Comeback auf der europäischen Fußball-Bühne mit leeren Händen da. Nach 25-Jähriger Abstinenz verlor der Tabellenletzte der Bundesliga beim Europa-League-Titelfavoriten FC Arsenal trotz starker Leistung und verdienter Halbzeitführung mit 1:3 (1:0). Die Partie in London war aus Sicherheitsgründen mit einer Stunde Verspätung angepfiffenen worden.

Der frühere Schalker Sead Kolasinac (49.), der vor der Saison von Bayern München umworbene Alexis Sanchez (67.) und Hector Bellerin (82.) drehten die Partie für die von Kapitän Per Mertesacker angeführten Londoner, die Weltmeister Mesut Özil und ein halbes Dutzend weiterer Stars geschont hatten. Zum ersten Kölner Europacup-Torschützen seit Frank Ordenewitz 1992 war zuvor ausgerechnet Jhon Cordoba (10.) geworden. Der für 16 Millionen verpflichtete Kolumbianer, der mit einem sehenswerten Drehschuss aus 30 Metern traf, war bereits in die Kritik geraten, nachdem er in den ersten drei Bundesliga-Spielen ohne Tor geblieben war.

Der verspätete Anpfiff resultierte aus chaotischen Zuständen vor dem Anpfiff: Die Polizei verweigerte zahlreichen FC-Fans mit Karten für neutrale Blöcke den Einlass, 30 bis 50 Anhänger versuchten einen Blocksturm, drei wurden vorübergehend festgenommen. Am Ende waren statt der offiziell 2900 doch etwa 8000 Kölner Fans im Stadion. Bis zu 15 000 Kölner waren nach London gereist und hatten in Englands Hauptstadt tagsüber für eine prächtige und friedliche Stimmung gesorgt.

Der FC trat mutig auf und ließ in der Defensive kaum etwas zu

So war die FC-Fangemeinde unter den 59 359 Zuschauern lautstark zu hören, auch berauscht vom lange Zeit guten Spiel ihrer Mannschaft. Die Rheinländer, die in der Bundesliga mit drei Niederlagen und damit schlechter als jemals zuvor gestartet waren, zeigten sich beim englischen Spitzenclub alles andere als verängstigt. Vielmehr trat der FC mutig auf, ließ in der Defensive kaum etwas zu und setzte in der Offensive immer wieder Nadelstiche.

Das hatte sich Arsenal-Teammanager Arsene Wenger anders vorgestellt. Der Franzose hatte eine bessere B-Elf auf das Feld geschickt, was sich rächen sollte. Nach einem verunglückten Klärungsversuch von Torhüter David Ospina setzte Cordoba den Ball aus gut 30 Metern über seinen kolumbianischen Landsmann hinweg ins Tor. Für Cordoba kam der Treffer einer Erlösung gleich. Der Nachfolger von Top-Torjäger Anthony Modeste ist in der Liga noch ohne Treffer.

Das Tor gab dem FC weiteren Auftrieb. Über außen sorgten Leonardo Bittencourt und Simon Zoller immer wieder für Gefahr, in der Defensive ließ der FC in den ersten 45 Minuten keine ernsthafte Chance der Gunners zu. Peter Stöger - diesmal ganz ungewohnt im feinen Anzug - konnte in der Coachingzone zufrieden sein, wäre da nicht die Verletzung von Nationalspieler Jonas Hector. Der 27-Jährige musste nach einem Tackling von Ospina humpelnd vom Platz und droht dem FC nun auszufallen.

Zur Halbzeit reagierte Wenger und brachte den Ex-Schalker Kolasinac ins Spiel. Eine goldrichtige Wahl: Nur wenige Minuten im Spiel traf der kantige Defensivakteur mit einem wuchtigen Schuss zum Ausgleich. Mohamed Elneny hatte den Treffer eingeleitet. Die Nord-Londoner waren fortan besser im Spiel. Alex Iwobi mit einer Volley-Abnahme (52.) und Ainsley Maitland-Niles (65.) hatten weitere gute Möglichkeiten. So kam der Führungstreffer der Gastgeber nicht mehr überraschend. Sehenswert setzte Sanchez den Ball aus halblinker Position ins rechte obere Toreck. Als schließlich Bellerin auf 3:1 erhöhte, war das Spiel entschieden. (dpa)

Folgen Sie der Sportredaktion auf Twitter:


0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben