Europapokal : Krösus Bayern kassierte fast 30 Millionen

Der FC Bayern München hat zuletzt mächtig investiert. Das wurde auch dadurch möglich, dass der deutsche Rekordmeister eine ansehnliche Portion aus den Fleischtöpfen der Europäischen Fußball-Union zugesprochen bekommen hat.

Klaus Bergmann[dpa]

MünchenBayern München war in der vergangenen Saison mit fast 30 Millionen Euro noch einmal der Spitzenverdiener unter den deutschen Clubs in der Champions League. Als Viertelfinalist erhielt der in der kommenden Saison nur noch für den Uefa-Pokal qualifizierte Rekordmeister aus dem Prämientopf der Europäischen Fußball-Union (Uefa) exakt 28,732 Millionen Euro.

Werder Bremen kassierte 18,469 Millionen Euro und kam inklusive der Prämien im Uefa-Cup (2,592 Mio) auf insgesamt 21,061 Millionen Euro. Der wie die Bremer ebenfalls in der Champions-League-Vorrunde ausgeschiedene Hamburger SV kassierte immerhin noch 14,327 Millionen Euro. Dazu kommen bei allen drei Clubs noch die Zuschauereinnahmen aus den Heimspielen - die Bayern kamen so auf Gesamteinnahmen von sogar knapp über 40 Millionen Euro in der Königsklasse.

AC Mailand steht ganz oben

Unangefochtener Spitzenreiter in der von der Uefa erstellten und nun veröffentlichten Prämien-Liste war Titelgewinner AC Mailand mit 39,592 Millionen Euro. Noch vor dem Finalisten FC Liverpool (32,218 Mio) rangiert der Michael-Ballack-Club FC Chelsea auf Platz zwei mit 34,662 Millionen Euro. Insgesamt schüttete die Uefa die Rekordsumme von 579,6 Millionen Euro an die 32 teilnehmenden Vereine aus. Weil die Einnahmen höher als erwartet ausfielen, konnte der Verband jedem Club allein drei statt zwei Millionen Euro Startprämie zahlen.

Beim FC Bayern können die Verantwortlichen nach den nun exakt vorligenenden Prämienzahlen der Uefa realistisch hochrechnen, wie viele Millionen sie die erstmals seit zehn Jahren verpasste Champions-League-Teilnahme in der kommenden Saison kosten könnte. Der Vorstand um Karl-Heinz Rummenigge ist zuversichtlich, den Verlust durch die mögliche Eigenvermarktung von fünf Uefa-Cup-Heimspielen bis zum Achtelfinale eindämmen zu können.

Die Heimspiele wollen die Münchner nach Angaben des Vorstandsvorsitzenden "im Paket vergeben". Das Interesse der deutschen Fernsehsender an diesem Bayern-Paket ist offenbar sehr groß; eine Gesamtsumme von zehn bis 15 Millionen Euro scheint keinesfalls utopisch zu sein. Rummenigge rechnet mit "einer vernünftigen Einnahme" und glaubt, dass der Unterschied zur Champions League darum "nicht so dramatisch ausfallen" wird.

Im Uefa-Pokal gibt es nur "Peanuts"

Die zu verdienenden Prämien im nur teilweise zentral vermarkteten Uefa-Pokal stellen allerdings im Vergleich zur Champions League nur "Peanuts" da. So beträgt das Startgeld in der Gruppenphase gerade einmal 170.000 Euro für jeden der 40 Vereine. Der FC Sevilla kam als Titelgewinner auf insgesamt 6,251 Millionen Euro, Finalist Espanyol Barcelona kassierte 5,311 Millionen. Werder Bremen, das als Gruppendritter in der Champions League im Uefa-Cup weiterspielen durfte, wurde als Halbfinalist mit 2,592 Millionen Euro sogar noch deutscher Spitzenverdiener.

Bayer Leverkusen, das bis ins Viertelfinale vorstieß, kam auf Prämien von insgesamt 1,565 Millionen. Eintracht Frankfurt musste sich nach dem Aus in der Gruppenphase mit 230.000 Euro begnügen. Knapp 35 Millionen Euro schüttete die Europäische Fußball-Union im Uefa-Cup insgesamt an die Vereine aus - 16 Mal mehr war es in der Champions League.

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