Europapokal : Stärker als Otaci: Herthas Uefa-Cup-Gegner

Hertha BSC trifft in der zweiten Qualifikationsrunde des Uefa-Cups auf einen Gegner mit Problemen - doch Trainer Favre hält Ljubljana für gefährlich.

Stefan Hermanns
Lucien Favre
Achtung Außenseiter. Lucien Favre will Ljubljana ernst nehmen.Foto: dpa

Lucien Favre ist bestimmt keine mangelnde Sorgfalt vorzuwerfen. Selbst vom viertklassigen Pokalgegner Trier hat er sich eine DVD besorgt. Der Erkenntnisgewinn war nicht besonders groß, weil es sich bei der Aufzeichnung um ein Testspiel aus der Saisonvorbereitung handeltete. Den heutigen Gegner im Uefa-Pokal, den slowenischen Pokalsieger NK Interblock Ljubljana, hat Herthas Trainer sogar selbst in Augenschein genommen. Am Wochenende flog er nach Slowenien. Ob er mit seinen Erkenntnissen wesentlich mehr anfangen kann, ist jedoch fraglich. Nach der 0:2-Niederlage bei NK Rudar Velenje entließ Ljubljana seinen Trainer. Schon heute Abend gegen den Berliner Fußball-Bundesligisten (20.45 Uhr, live im DSF) sitzt der Italiener Alberto Bigon bei Interblock auf der Bank.

Bigons größter Erfolg als Trainer liegt schon ein paar Jahre zurück. 1990 wurde er mit dem SSC Neapel und Diego Maradona Italienischer Meister. Jetzt trainiert er den Tabellenletzten der slowenischen Liga. Interblock hat nach den ersten vier Spielen erst zwei Punkte geholt. „Wir sind wieder klarer Favorit“, sagt Lucien Favre. Dass er die Slowenen für stärker hält als Nistru Otaci, Herthas Gegner aus der ersten Qualifikationsrunde, ist keine besonders originelle Meinung. Gegen die Moldawier gewannen die Berliner das Hinspiel 8:1. „Sie haben eine Mannschaft mit mehr Potenzial“, sagt Favre über Ljubljana. „Vorne sind sie gefährlich.“

Herthas Trainer muss heute in Celje, wohin Interblock für das Europapokalspiel ausweicht, nicht nur auf Arne Friedrich verzichten, sondern auch auf Sofian Chahed, der sich den Ringfinger gebrochen hat und am Dienstag operiert wurde. Anders als Kapitän Friedrich soll Chahed am Sonntag, zum Bundesligaauftakt in Frankfurt, aber wieder spielen können.

Sollten sich die Berliner gegen die Slowenen durchsetzen, ziehen sie in die Hauptrunde des Uefa-Pokals ein. Eine Runde mit Hin- und Rückspiel müssten sie dann noch überstehen, um sich für die Gruppenphase zu qualifizieren. Im Duell mit Interblock spricht zumindest die Historie für Favre. Einmal ist er bisher auf Bigon getroffen. Im April 2007 war das in der Schweiz. Favre gewann mit dem FC Zürich 2:1 gegen Bigon und den FC Sion.

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