Ewige Dominanz : Die Dauersieger im Sport

Die deutschen Rodler beherrschen ihre Disziplin fast nach Belieben. Aber es gibt noch einige andere Sportarten, in denen ein Land so dominant ist, dass Niederlagen einer Sensation gleichkommen.

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Abklatschen im Ziel. Bei den deutschen Rodlern ein gewohntes Bild. 27 Goldmedaillen bei Olympischen Spielen gingen seit 1964 an Deutschland, insgesamt gab es 70 Medaillen - weit mehr als alle anderen Nationen zusammen gewinnen konnten.Alle Bilder anzeigen
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25.02.2013 18:35Abklatschen im Ziel. Bei den deutschen Rodlern ein gewohntes Bild. 27 Goldmedaillen bei Olympischen Spielen gingen seit 1964 an...

Paramonowo ist gerade ganz weit weg, und auch Alex Gough hat sich wieder ein Stück von dem Platz entfernt, mit dem sie Sportgeschichte geschrieben hat. Das war im Februar 2011 in jenem Paramonowo, 80 Kilometer westlich von Moskau. Alex Gough aus Kanada beendete dort die 13 Jahre dauernde Siegesserie der deutschen Rodlerinnen, nach 105 Erfolgen, und gewann ein Weltcuprennen. Am vergangenen Wochenende ist nun die aktuelle Weltcupsaison der Rodler zu Ende gegangen, Alex Gough findet sich in der Gesamtwertung auf einem vertrauten Platz wieder: Vierte – hinter drei Deutschen. Auch bei den Männern kommen die drei Erstplatzierten aus Deutschland, bei den Doppelsitzern sind es die ersten beiden Paare. Rodeln bleibt eine deutsche Angelegenheit. Es gibt aber noch einige andere olympische Sportarten, in denen ein Land ähnlich dominiert wie Deutschland im Rodeln, und das hat jeweils gute Gründe.

Im Rodeln beginnt die Dominanz auf der Landkarte. Als einziges Land der Welt verfügt Deutschland über vier Bob- und Rodelbahnen. Jede hat ihren eigenen Charakter, das eröffnet den Rodlern besondere Trainingsmöglichkeiten. Der Konkurrenzkampf erreicht schon auf nationaler Ebene eine besondere Härte, die Auswahl für die Nationalmannschaft ist das Nadelöhr, denn wer es ins Nationalteam schafft, hat seine internationalen Medaillen schon so gut wie sicher.

Beim Rodeln kommt es nicht nur auf den Mensch an, sondern auch auf die Technik. In Deutschland baut das Institut für Forschung und Entwicklung von Sportgeräten (FES) in Berlin unter anderem Schlitten für die Rodler, finanziert aus Steuermitteln. „Wir liefern die Grundkomponenten für runde 80 Prozent der deutschen Rodler“, sagt Harald Schaale, der Direktor des FES. Sein Institut baut eigene Messgeräte und besitzt ein Know-how, auf das andere Länder neidisch sind.

Die Dauersieger im Sport
Abklatschen im Ziel. Bei den deutschen Rodlern ein gewohntes Bild. 27 Goldmedaillen bei Olympischen Spielen gingen seit 1964 an Deutschland, insgesamt gab es 70 Medaillen - weit mehr als alle anderen Nationen zusammen gewinnen konnten.Alle Bilder anzeigen
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25.02.2013 18:35Abklatschen im Ziel. Bei den deutschen Rodlern ein gewohntes Bild. 27 Goldmedaillen bei Olympischen Spielen gingen seit 1964 an...

Einige der hinterher fahrenden Länder hatten sich daher zusammengetan, und eine Regeländerung durchgesetzt in der Hoffnung, den Rückstand auf die Deutschen verkürzen zu können. Der dünne Gummibelag zwischen Kufe und Gleitschiene ist nun verboten, ebenso sind es die Buchsen zwischen Kufen und Böcken, die zur Dämpfung beitragen. Nach der Regeländerung im Sommer 2012 baute das FES alle Schlitten um – der Vorsprung der deutschen wurde dadurch allerdings noch größer. „Da haben sich die Länder selbst ins Knie geschossen, und die Rodler klagen jetzt über Rückenschmerzen“, sagt Schaale.

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