Sport : Ewiges Schach

Anand und Topalow nach sieben Stunden remis

Martin Breutigam

Anscheinend fehlte Viswanathan Anand und Wesselin Topalow selbst für ein Lächeln die Kraft, als sie ihr Remis nach sieben Stunden Spieldauer per Handschlag besiegelten. Dabei hätte vor allem Anand Grund zur Freude gehabt, weil er in der zweiten Runde der Schach-WM in San Luis in Argentinien kurz vor der Niederlage gestanden hatte. Doch Topalow offenbarte technische Schwächen, so dass Anand mit präzisen Damenmanövern ein ewiges Schach erzwang (siehe Analyse).

Es war die fehlerreichste Partie des Tages. Topalow opferte zunächst die Qualität, also einen Turm für eine Leichtfigur, aber nach zwei Spielstunden besaß eher Anand leichte Vorteile, die er aber abgab. Anand hatte ein Figurenopfer des Bulgaren außer Acht gelassen: Läufer schlägt f7! Topalow gewann sein investiertes Material rasch zurück, nach 54 Zügen standen zwei Mehrbauern für ihn zu Buche. Sieben Züge später schien für Topalow der Sieg greifbar nah, Anand hätte aufgeben können. Er tat es aber nicht, sondern bot mit seiner Dame hier und da Schach, als ob er ahnte, dass Topalow den letzten Fehler begehen sollte.

Trotzdem bleiben die beiden WM-Favoriten mit je 1,5 Punkten an der Tabellenspitze, denn die anderen drei Partien der zweiten Runde endeten ebenfalls remis.

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