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Ex-Schiedsrichter : Robert Hoyzer wird Technischer Direktor beim Berliner AK

Der Regionalligist Berliner AK hat Robert Hoyzer als neuen Technischen Direktor verpflichtet. "Er hat seine Strafe bekommen", sagt Präsident Mehmet Ali Han über die Vergangenheit des ehemaligen Bundesliga-Schiedsrichters.

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Robert Hoyzer bei einem Gerichtstermin im Jahr 2008.
Robert Hoyzer bei einem Gerichtstermin im Jahr 2008.Foto: dpa

Fußball-Regionalligist Berliner AK 07 hat die vergangene Spielzeit mit dem elften Rang abgeschlossen. „In der nächsten Saison wollen wir das Optimale herausholen“, sagt Präsident Mehmet Ali Han. Dem Verein dabei ehrenamtlich helfen soll der ehemalige Bundesliga-Schiedsrichter Robert Hoyzer.

Der 34-Jährige wird als Technischer Direktor zukünftig die Bereiche Marketing, Verkauf und Kommunikation verantworten. „Er hat Erfahrung im Marketing-Bereich. Wir wollen ihm eine Chance geben“, meint Han. Kontakt habe schon seit über einem Jahr bestanden. Peter Hoyzer, Vater von Robert, ist seit Jahren im Bauunternehmen von Han beschäftigt.

Beim Namen Hoyzer kommen in der Öffentlichkeit natürlich Erinnerungen an den Fußball-Wettskandal in den 2000er Jahren auf. Für seine Beteiligung daran war Hoyzer endgültig im Dezember 2006 wegen Beihilfe zum Betrug zu einer Gefängnisstrafe von zwei Jahren und fünf Monaten verurteilt worden. Wegen guter Führung musste der gebürtige Berliner davon nur die Hälfte absitzen. Er führt schon lange wieder ein geregeltes Leben. Hauptberuflich ist er bei einem Software-Unternehmen beschäftigt.

Robert Hoyzer versteht die vermeintliche Aufregung um seinen Wechsel zum Berliner AK nicht

Hoyzer kann die vermeintliche Aufregung um seinen Wechsel zum Berliner AK nicht verstehen. Die eigentliche Nachricht zu diesem Thema hätte es bereits vor einigen Jahren gegeben, als er beim Deutschen Fußball-Bund um Begnadigung bat. An das offizielle Leiten von Spielen als Schiedsrichter ist nie mehr zu denken, aber mit der Absolution des damaligen DFB-Präsidenten Theo Zwanziger durfte Hoyzer seit 2011 zumindest wieder Fußball spielen. Beim heutigen Landesligisten Teutonia Spandau in der siebten Liga wurde er Kapitän. Nebenbei kümmerte er sich um alles, was diese Mannschaft betraf.

Die Rehabilitation für Dinge, die vor zehn Jahre geschahen, ist aus seiner Sicht abgeschlossen. Im Gegensatz zu seinem damaligen Wettpaten Ante Sapina, der sich für weitere Taten immer noch vor Gericht verantworten muss, scheint Hoyzer seine Lektion gelernt zu haben.

„Er hat seine Strafe bekommen“, sagt Han. Der BAK-Boss verweist in diesem Zusammenhang auch auf Süleyman Koc. Der ehemalige Babelsberger habe ebenfalls im Knast gesessen. Nun würde er für sehr viel Geld beim SC Paderborn in der Ersten Bundesliga spielen. Auch Ralf Achenbach, Team-Betreuer der Regionalliga-Elf des BAK, spricht von der zweiten Chance, die sich Hoyzer verdient hat. Er kennt Hoyzer lange. Achenbach holte das damalige Schiedsrichtertalent zu Hertha BSC.

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