Expansionspläne der großen US-Ligen : Die Neue Welt ist nicht genug

Die großen US-Profisportligen streben weiterhin nach Europa. Am Mittwoch bestreitet Alba Berlin einen Test gegen NBA-Meister San Antonio. Allerdings erweisen sich die Expansionspläne als schwierig.

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2012 schauten die Dallas Mavericks mit Superstar Dirk Nowitzki (im Duell mit Sven Schultze) für ein Testspiel in Berlin vorbei.
2012 schauten die Dallas Mavericks mit Superstar Dirk Nowitzki (im Duell mit Sven Schultze) für ein Testspiel in Berlin vorbei.Foto: Imago

Es ist jetzt nicht so, dass sich David Stern nicht intensiv beschäftigt hätte mit der Thematik und ihrer prinzipiellen Machbarkeit. In seiner ehemaligen Funktion als Commissioner der National Basketball Association (NBA) hat sich der 71-Jährige über drei Jahrzehnte um so ziemlich alle Belange von Relevanz gekümmert, von der Kleidervorschrift bis zum Streik der Spielergewerkschaft. Nachhaltig in Erinnerung geblieben ist David Stern aber vor allem wegen der ökonomischen Hinterlassenschaften: Unter seiner Verantwortung sind sieben neue Mannschaften in die US-amerikanische Profiliga gekommen, sechs Klubs kehrten wieder an ihren ursprünglichen Standort zurück. Stern ist auch deshalb vor kurzem in die Ruhmeshalle seines Sports aufgenommen worden, weil er die treibende Kraft hinter dem Aufstieg der NBA war. Er ist der Mann, der die Basketballliga zu einer der weltweit größten und populärsten Ligen gemacht hat.

Spätestens in 20 Jahren soll es NBA-Teams in Europa geben

Ein Traum des David Stern, wenn nicht sogar der größte, ist ihm bislang verwehrt geblieben. 2003 hat er gesagt: „Ich gehe davon aus, dass wir bis Ende des Jahrzehnts eine starke internationale Präsenz aufgebaut haben.“ Das könne in Form einer Eingliederung einer existierende internationalen Liga geschehen oder der Gründung einer eigenen Liga. Es könne auch die Gründung einzelner NBA-Teams außerhalb der USA sein, sagte David Stern. All das ist bis zum heutigen Tag nicht geschehen, trotzdem hält der ehemalige Commissioner an seiner Vision fest. Nur der Zeitplan hat sich geändert. „In 20 Jahren wird es mehrere internationale NBA-Teams geben, ganz sicher“, hat Stern kürzlich „ESPN Radio“ gesagt. „In Europa, nirgendwo sonst.“ Sein Nachfolger Adam Silver stellt ebenfalls eine eigene europäische NBA-Division in Aussicht – irgendwann.

Am Mittwoch gibt es nun zum wiederholten Mal einen kleinen Vorgeschmack von Sterns Vision zu sehen. Im Rahmen der sogenannten „Global Games Tour“ empfängt Alba Berlin den frisch gekürten Meister San Antonio Spurs (20 Uhr, Arena am Ostbahnhof). Nach dem Duell gegen die Dallas Mavericks um den deutschen Superstar Dirk Nowitzki vor zwei Jahren darf sich der Basketball-Bundesligist erneut mit einem NBA-Champion messen, insgesamt ist es das dritte Gastspiel der NBA in der Arena am Ostbahnhof. 2008 hatten sich bereits die Washington Wizards und die New Orleans Hornets ein sportlich mehr oder eher weniger bedeutsames Testspiel geliefert.

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