Fabian Schönheim beim 1. FC Union Berlin : Plötzlich ein Dauerläufer

Eigentlich ist Fabian Schönheim Innenverteidiger, fühlt sich dort am wohlsten - doch seit Union-Trainer Norbert Düwel den 1,93-Meter-Mann als Linksverteidiger aufstellte, überzeugt Schönheim auch auf der ungewohnten Position.

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Unions Fabian Schönheim ist derzeit gut in Form. Foto: imago
Unions Fabian Schönheim ist derzeit gut in Form.Foto: imago

Ganz plötzlich setzte bei Fabian Schönheim ein Gefühlsumschwung ein. Gerade hatte er sich noch gefreut, da schwante ihm bereits Böses. „An dieser Leistung werde ich jetzt wohl immer gemessen werden“, sagte der Verteidiger des 1. FC Union, nachdem ihm beim 3:1-Sieg gegen den 1. FC Heidenheim drei Torvorlagen gelungen waren. Eine außergewöhnliche Leistung, die so schnell nicht zu wiederholen sein dürfte. Oder doch? Die Möglichkeit, das Gezeigte zu bestätigen, bekommt Schönheim am heutigen Sonntag. Dann tritt der 1. FC Union auswärts bei RB Leipzig an (13.30 Uhr).

Um die Erwartungen nicht komplett in unrealistische Sphären abdriften zu lassen, relativierte der 28-Jährige seine Werte aus dem Spiel gegen Heidenheim gleich wieder. „Ich hatte an allen vier Toren meine Aktien, beim 0:1 sah ich nicht gut aus.“

Längst in der Startelf gesetzt

So war das Spiel ein Spiegelbild seiner bisherigen Saison und der seiner Mannschaft. Schönheim hatte Mühe, in die Spielzeit zu kommen. Erst schwankten seine Leistungen, dann zwang ihn eine Verletzung einen Monat lang zum zuschauen. Noch nicht wieder bei einhundert Prozent, spielte der trotzdem gegen 1860 München und erlebte ein persönliches Desaster. Beim 1:4 daheim gegen 1860 war er an allen vier Gegentoren beteiligt. Gerade er, Unions Zuverlässigster. Anschließend musste er auf die Bank – ein ungewohntes Gefühl für den Abwehrchef, der innerhalb der Mannschaft zur Führungsriege zählt.

Die Degradierung war nur von kurzer Dauer, mittlerweile gehört Schönheim wieder zur Startelf. Seit dem Ende der Winterpause beginnt er regelmäßig als linker Außenverteidiger. Nicht unbedingt seine Lieblingsposition, aber Schönheim sagt: „Wenn der Trainer mich da sieht, versuche ich die Position bestmöglich auszufüllen.“

Düwel: "Schönheim hat die Position angenommen"

Eigentlich bevorzugt er die Innenverteidigung, dort fühlt er sich am wohlsten. Kein Wunder, misst Schönheim doch 1,93 Meter Körpergröße bei einem Gewicht von 90 Kilogramm. Idealmaße für einen Innenverteidiger. Als Trainer Norbert Düwel sein Team nach der Krebserkrankung von Benjamin Köhler umbauen musste, entschloss er sich, Schönheim von innen nach außen zu verschieben, weil er nach Michael Parensens Versetzung ins defensive Mittelfeld plötzlich einen Linksverteidiger benötigte. Der Plan ging auf. „Er hat die Position angenommen“, sagt Düwel.

Schönheim hat sich mittlerweile an die neuen Aufgaben gewöhnt. „Der größte Unterschied ist das viele Laufen, aber ich habe in der Vorbereitung die Grundsteine gelegt“, sagt der Verteidiger. Seine Rolle versucht er möglichst offensiv zu interpretieren. Hoch stehen, um die gegnerischen Angreifer zu Defensivaufgaben zwingen. Das funktionierte gegen Heidenheim sehr gut, doch die Ausrichtung in Leipzig könnte eine andere, defensivere sein. „Wir werden uns den Gegebenheiten dort anpassen“, sagt Düwel.

Die Gastgeber müssen in Person von Yussuf Poulsen auf ihren gefährlichsten Stürmer verzichten. Der Däne ist gesperrt. Beim 1. FC Union kehrt Sebastian Polter nach seiner Sperre dagegen wieder ins Team zurück. „Die Wahrscheinlichkeit, dass er in der ersten Elf steht ist sehr hoch“, sagt Düwel. Geringer ist dagegen die Wahrscheinlichkeit, dass Fabian Schönheim erneut drei Vorlagen gelingen. Das muss es auch gar nicht. Einfach nur ohne Gegentor bleiben würde ihm in Leipzig unter Umständen schon reichen.

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