Sport : Fachmann des modernen Fußballs Bielefelds Wandel unter Trainer Uwe Rapolder

Andreas Morbach

Bielefeld - Einmal hat sich Uwe Rapolder am Samstag ordentlich erschreckt. Wie immer gut gebräunt und hübsch frisiert, plauderte Bielefelds Trainer nach dem 2:1 gegen Werder Bremen über sein „stabiles und diszipliniertes“ Team, die „phänomenale“ Serie des Aufsteigers von 21 Punkten aus den letzten zehn Spielen und darüber, wie angenehm es sich in Ostwestfalen momentan so leben ließe. Doch dann fiel sein Blick auf den Stuhl neben ihm, auf den dort hin- und herruckelnden Journalisten mit dem roten Mikrofon in der Hand. „Radio Bielefeld“ stand darauf, und offensichtlich fühlt sich Rapolder in diesen Wochen von Mann und Mikrofon verfolgt. „Irgendwann steht der auf der Toilette hinter mir“, vermutete er jedenfalls.

Gut möglich, denn eigentlich galten die Bielefelder als Top-Kandidat für den Abstieg. Jetzt sind sie Sechster, gerade an Meister Bremen vorbeigezogen und haben drei Runden vor Weihnachten bereits 23 Punkte gesammelt. 40 gelten als ausreichend für den Klassenerhalt, und der Trainer sagt: „Die wollen wir so schnell wie möglich holen, damit es diesmal kein Nervenflattern gibt.“ Dass die aktuelle Mannschaft von Arminia Bielefeld dagegen bestens gefeit wirkt, gilt in erster Linie als das Verdienst von Uwe Rapolder. „Ein exzellenter Fachmann, was Technik und Taktik angeht“, sagt Sportdirektor Thomas von Heesen, der „verstehen kann, dass sein Erfolg hier Begehrlichkeiten geweckt hat“. Zum Beispiel bei Dortmunds Großaktionär Florian Homm, der in der vergangenen Woche Arminias „modernen Fußball“ pries und ausrief: „Ich will einen Trainer wie Uwe Rapolder!“

Arminia Bielefelds Vereinsspitze wird beobachten, wer sich in Zukunft noch so alles für die Arbeit ihres Cheftrainers erwärmt. Rapolders Vertrag läuft im Juni 2005 aus, in der Winterpause will man sich in Bielefeld zusammensetzen. Aber Präsident Hans-Hermann Schwick macht sich über eine weitere Kooperation ohnehin „keine Gedanken“, denn: „Es gibt Absichtserklärungen, von beiden Seiten.“

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