Fackel unterwegs : Olympisches Feuer brennt

Die olympische Fackel für die Winterspiele im Februar in Turin ist auf dem Weg von Athen nach Italien. Die Entzündung mit einem Parabolspiegel musste wegen dichter Bewölkung abgesagt werden.

Olympia - Die Sonne spielte nicht mit, aber das Feuer für die XX. Olympischen Winterspiele vom 10. bis 26. Februar 2006 in Turin brennt dennoch. Die griechische Schauspielerin Theodora Siarkou konnte wegen dichter Bewölkung im antiken Olympia die Flamme zwar nicht mit Hilfe eines Parabolspiegels entzünden. Doch die Organisatoren hatten vorgesorgt: Das bei der Generalprobe am Donnerstag auf traditionelle Weise entzündete Feuer war seitdem im Hera-Tempel in einer Ampel aufbewahrt wurden. Es wurde von Siarkou in der Rolle einer hohen Priesterin in einem offenen Behälter in den olympischen Hain getragen und zur Entzündung der Fackel benutzt.

Der Stabhochspringer Kostas Filippidis übernahm als erster die Fackel mit dem Feuer, das zunächst von 534 Läufern über 2006 Kilometer durch Griechenland getragen wird. Am 6. Dezember wird die Flamme im Athener Panathinaikon Stadion, 1896 Austragungsort der ersten Olympischen Spiele der Neuzeit, offiziell an den Präsidenten des Turiner Organisationskomitees TOROC, Valentino Castellani, übergeben.

Danach wird es nach Rom geflogen, wo am 8. Dezember Staatspräsident Carlo Azeglio Ciampi mit Marathon-Olympiasieger Stefano Baldini als erstem Läufer den Fackellauf auf seinen Weg durch alle italienischen Provinzen schickt. Das Feuer soll auf der ersten Station im Vatikan von Papst Benedikt XVI. gesegnet werden. Danach führt der Weg durch das ganze Land, in einem weiten Bogen über Venedig und Genua, über die Inseln Sardinien und Sizilien, und dann den ganzen Stiefel hinauf bis an den Alpenrand nach Turin. Dabei soll die Stafette auch eines erreichen: Die Herzen der Italiener richtig für Olympia erwärmen - bislang ist von einer echten Olympia- Begeisterung noch nicht viel zu spüren.

64 Tage dauert die Fackel-Stafette, 11.000 Kilometer ist der Weg lang, alle großen italienischen Monumente und Baudenkmäler sollen passiert werden: das antike Theater bei Taormina auf Sizilien, die Piazza della Signoria in Florenz, der Schiefe Turm von Pisa, der Canale Grande in Venedig. Natürlich wird auch Cortina d'Ampezzo «angelaufen», wo vor genau 50 Jahren die Olympischen Winterspiele stattfanden.

Zu den Trägern der 1,9 Kilogramm schweren, 77 Zentimeter langen, von Designern der Autobauer Ferrari und Fiat entworfenen Fackel gehören Stars wie die Fußballer Francesco Totti, Gianfranco Zola und Paolo Di Canio, Formel-1-Fahrer Jarno Trulli, der marokkanische Weltrekordläufer Hicham El Guerrouj und alle italienischen Olympiasieger von Athen 2004 und Salt Lake City 2002 übernehmen.

Insgesamt 10.001 Läufer tragen die Fackel nach Turin, wo das Olympische Feuer bei der Eröffnungsfeier der Winterspiele am 10. Februar im Stadio Palasport Olimpico vor 36 000 Zuschauer und vielen Millionen Fernsehzuschauern vom bisher unbekannten Schlussläufer - als Favorit wird der frühere alpine Superstar Alberto Tomba gehandelt - entzündet wird. Das Feuer leuchtet dann über Turin und der Bergregion um Sestriere, wo bis zur Schlussfeier am 26. Februar Olympiasieger bei 84 Entscheidungen gekürt werden. (tso/dpa)

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