Sport : Fahnden nach Erfahrung

Nürnberg sucht einen gestandenen Trainer.

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Nürnberg - Die Jahre unter den Charakterköpfen Hans Meyer und Dieter Hecking waren die erfolgreichsten beim 1. FC Nürnberg in der jüngeren Klubgeschichte. Kein Wunder also, dass sich die Franken nach dem erfolglosen Engagement von Trainer-Neuling Michael Wiesinger wieder auf die Suche nach einem Mann mit einer größeren Strahlkraft machen wollen. Wiesinger war am späten Montagabend nach nur zehn Monaten beurlaubt worden. Von den acht bisherigen Saisonspielen konnte sein Team keines gewinnen. „In der Vergangenheit hat sich gezeigt, dass es nie schaden kann, wenn eine gewisse Härte vorhanden ist“, sagte Aufsichtsratschef Klaus Schramm – und umriss damit zugleich das Anforderungsprofil für den neuen Nürnberger Coach.

Im Idealfall soll der Gesuchte Erfolge vorzuweisen haben, eine ausgewiesene Respektsperson für die Mannschaft darstellen, nicht mehr der Jüngste sein und auf gar keinen Fall ein Neueinsteiger ins Trainergeschäft der Fußball-Bundesliga. Die Nürnberger fahnden nach Erfahrung. Das gescheiterte Experiment mit dem aus der eigenen Reservemannschaft beförderten Wiesinger will Sportvorstand Martin Bader nicht wiederholen.

Große Namen wie Jupp Heynckes oder Felix Magath sind kaum realistisch, auch wenn letzterer beim jüngsten 0:5-Heimdebakel gegen den Hamburger SV auf der Tribüne saß. Neben dem Schweizer Christian Gross werden Bruno Labbadia momentan die größten Chancen eingeräumt, obwohl der 47-Jährige bisher bei all seinen drei Bundesliga-Engagements in Leverkusen, Hamburg und Stuttgart scheiterte. Auch Thomas Schaaf gilt nach jahrzehntelanger Arbeit in Bremen als Kandidat – sofern sich der Meistertrainer von 2004 denn noch mal beweisen will. Gross passt vom Anforderungsprofil ebenfalls gut: Sechsmal wurde er Schweizer Meister, neunmal Schweizer Trainer des Jahres. Der 59-Jährige gilt als autoritär und würde Charisma mitbringen, ist allerdings schon seit eineinhalb Jahren vereinslos.

„Ich traue mir mit dem Aufsichtsrat zu, einen zu finden, der gerne beim 1. FC Nürnberg arbeitet“, meinte Bader und kündigte „innerhalb der nächsten Tage“ Gespräche und eine Entscheidung an. Im Idealfall will der FCN schon bis zum Wochenende Klarheit in der Trainerfrage schaffen, damit der neue Mann sein Team gleich auf die anstehende Bundesligapartie bei Eintracht Frankfurt am 19. Oktober vorbereiten kann. Bis jemand gefunden ist, betreut U-23-Trainer Roger Prinzen die Profis. dpa

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