Sport : Fahren und feiern

Wann wird Schumacher Weltmeister: auf seiner Lieblingsstrecke in Spa oder vor den Tifosi in Monza?

Karin Sturm

Budapest - Es gab keine große Ferrari-Party am Sonntagabend in Budapest. Nicht etwa, weil Ferrari schon genug gefeiert hätte in dieser Saison. Nein, nach dem Gewinn der 14. Konstrukteurs-Weltmeisterschaft wollten Fahrer und Teamleitung größer feiern, als es in Budapest möglich war. Ferrari wollte nicht nur das Rennteam, sondern alle 800 Mitarbeiter der Rennabteilung am Jubel teilhaben lassen, auch die, die nicht mit an die Strecke kommen. Deshalb stieg die WM-Fete erst am Montagabend auf der Ferrari-Teststrecke in Fiorano, direkt vor den Toren der Formel-1-Abteilung.

Die nächste große Fete könnte schon in zwei Wochen anstehen. Beim Großen Preis von Belgien in Spa braucht Michael Schumacher nur noch zwei Punkte mehr als sein einziger verbliebener WM-Konkurrent, sein Teamkollege Rubens Barrichello. Das heißt, bei einem Sieg auf seiner Lieblingsstrecke wäre Schumacher Weltmeister. Aber es wäre sogar eine noch größere Fete möglich als in Belgien. Wenn Schumacher noch zwei weitere Wochen wartet, könnte Ferarri den Titel vor den heimischen Tifosi in Italien feiern, und das auch noch nach den Olympischen Spielen. Die Formel 1 hätte dann weniger sportliche Konkurrenz und mehr Aufmerksamkeit sicher.

Bis jetzt haben sich die Ferrari-Oberen um Jean Todt und Ross Brawn aber noch nie auf solche Spiele eingelassen, sie versuchten immer, alles so schnell und konsequent wie möglich durchzuziehen. Schumacher selbst sagte: „Beide Strecken, Spa oder Monza, wären attraktiv, um den Titel sicherzustellen, beide hätten etwas für sich.“ Spa, das ist ein ganz besonderer Platz für ihn, nur gute 100 Kilometer von seiner Heimat Kerpen entfernt. Hier fuhr Schumacher 1991 den ersten Grand Prix seiner Karriere, ein Jahr später feierte er dort seinen ersten Sieg in der Formel 1.

Monza dagegen, das wäre der Triumph in der Ferrari-Heimat Italien, „und es wäre natürlich schön, auch einmal einen Weltmeistertitel direkt mit den italienischen Fans feiern zu können“, sagt Schumacher. Auch in Monza hat Schumacher schon vier ganz besondere und emotionale Siege gefeiert, etwa den ersten zu Hause mit Ferrari 1996 oder den von 2000, der damals die Wende in der Weltmeisterschaft und einen wichtigen Sieg auf dem Weg zum ersten Ferrari-Titel bedeutete.

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