Sport : Falko Götz legt die Messlatte für die "Hertha-Bubis" ziemlich hoch

Claus Vetter

"Keine Totengräberstimmung mehr, sondern endlich ein bißchen Theater im Stadion." Das wünscht sich Falko Götz, Trainer der Amateure von Hertha BSC, in dieser Saison. Die Hoffnung, dass auf den Trassen im Jahn-Stadion blau-weiße Glückseligkeit herrscht, ist indes klein. "Wir sind mit den Terminen gestraft", sagt Götz, "viele unserer Spiele finden gleichzeitig wie die der Profis statt. Kaum ein richtiger Fan wird dann bei den Amateuren vorbeischauen."

Das war mal anders. Sieben Jahre ist es her, da waren die "Hertha-Bubis" in der damaligen Bundesliga-Diaspora Berlin eine große Nummer. Die Reserve der Zweitligaprofis marschierte ins Finale des DFB-Pokals, mußte sich seinerzeit vor fast 80 000 Zuschauern im Olympiastadion Bayer Leverkusen nur knapp mit 0:1 geschlagen geben. Trotz der Niederlage gegen Kirsten und Co., für einige der Youngster bedeutete jener Auftritt das Sprungbrett für eine Bundesliga-Karriere. Carsten Ramelow kickt inzwischen in Leverkusen, Niko Kovac beim Hamburger SV. Andreas Schmidt und Torwart Christian Fiedler sind vor zwei Jahren mit Hertha in die Bundesliga aufgestiegen.

Für die Amateure folgte allerdings der Abstieg, sie versanken bald in der Viertklassigkeit. Schnee von gestern, meint Götz. Seitdem der Ex-Bundesligaprofi vor zwei Jahren das Training übernommen hat, geht es wieder aufwärts. Im letzten Jahr holte Götz mit einer Mannschaft, deren Altersdurchschnitt knapp über 20 Jahren lag, souverän die Oberliga-Meisterschaft. Vor dieser Saison wurde am Konzept wenig geändert. Mit Dirk Kunert und Sven Kretschmer stehen nur zwei erfahrene Spieler im Kader. "Wir sind eine reine Ausbildungsmannschaft", sagt Götz, "und die Bühne, die wir bieten, ist keine schlechte. Bei uns haben junge Spieler eine Perspektive zum Profifußball. Natürlich liegt die Messlatte bei uns jetzt, seit dem die Profis in der Bundesliga für Furore sorgen, ziemlich hoch." Für Einige zu hoch? Oberliga-Torschützenkönig Marcello Bellomo zum Beispiel wechselte zum 1. FC Magdeburg. Trotz talentierter Zugänge wie etwa Carsten Sträßer (aus Jena) - der Kader der Hertha-Amateure erscheint nicht stärker als im Vorjahr. Bleibt abzuwarten, wie groß die Akklimatisierungsprobleme der jungen Berliner in dieser Saison, in der viele Teams mit großen Etats und etlichen Ex-Bundesligaspielern die Qualifikation zur dritten Liga anpeilen, sein werden.

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